Zitate aus der Forschungsgeschichte
zu den Reitlingstalbefestigungen


[Es] finden sich über Evesen – der alten CURTIS Hebesheim – auf dem Burgberge, die alten Ueberbleibsel des gleichnamigen Fürstensitzes [von Eckbert dem Einäugigen AD 983], umgeben mit Vorburgen (SUBURBIIS). Der gegenüberliegende Berg Gucks trägt bedeutende Wälle, so wie auch das Thal zwischen beiden Bergen vormals durch Festungswerke vertheidigt werden konnte, die den nach dem Burgberge führenden Heerberg zur Seite hatten.

Wilhelm Bode 1846 (S.12)


(...) diese Anlagen [gehören] dem Zwecke und der Zeit nach zusammen und bilden ein System, das einst bestimmt war, den Bewohnern der westlichen Ebene und ihrer Habe als Zufluchtsstätte zu dienen, wenn das offene Land gegen raubende und mordende Schaaren übermächtiger Feinde nicht zu halten war.

Herman Lühmann 1898 (S.140)


Zur Zeit dieser Kämpfe mit den Franken müssen wohl jene gewaltigen gewaltigen Wallburgen entstanden sein, die sowohl als Kultstätten, als auch als Zufluchtsplätze in den Zeiten feindlicher Einfälle dienten, (...) von denen die Befestigungen auf dem Burgberge und dem Kuxberge im Elme die bedeutendsten sind.

Otto Hohnstein 1908 (S.17)


Fuhse bringt die erste nachweisbare Verstärkung der Anlagen mit der Abwehr der Germanen gegen den Keltenvorstoß im 6. Jahrhundert v. Chr. in Verbindung. Ob die dann erst nach langer Zeit wieder vorgenommene, nun aber wahrhaft riesige Erhöhung (...) auf drohende Einfälle der Römer (Drusus?) oder der Thüringer oder aber auf die entsetzliche Heimsuchung durch Pippin und Karl zurückzuführen ist, muß einstweilen dahingestellt bleiben. Ich persönlich neige der letzteren Annahme zu (...).

Hermann Lühmann 1927 (S.232)


Es besteht nach dem jetzigen Forschungsstand große Wahrscheinlichkeit, daß ein in den Wällen erkennbarer älterer Kern eine altgemanische Burganlage aus der Zeit um Christi Geburt darstellt, als unser Land im Abwehrkampf gegen die Römer stand. (...) [Es] spricht alles dafür, daß die Krimmelburg und die Brunkelburg, - vielleicht verbunden durch Wallsysteme- , altgermanische Volksburgen und damit praktisch den ältesten politischen Mittelpunkt unserer Heimat darstellen.

Alfred Tode 1956 (S. 41)


(...) der Freund der Heimatgeschichte findet an den Hängen wie auf den Höhen beiderseits des Tales im Walde geheimnisumwitterte Wehranlagen mit Wällen und Gräben, die teils im hohen Mittelalter (...) errichtet wurden, teils in früh- oder gar vorgeschichtliche Zeit zurückreichen.

Werner Flechsig 1957 (BSH S.86)


Sollte sich dabei bestätigen, daß diese Hauptburg bereits in der Spätlatènezeit errichtet wurde, besteht die Möglichkeit, daß sie mit der südlichen Hauptburg zusammen ein Oppidum bildete, das in diesem Grenzraum zwischen Germanen und Kelten eine besondere Bedeutung haben dürfte.

Alfred Tode 1958 (S.200)


Sicher hat die Pipinsburg bei Osterode am Westharz in dieser Latène-Zwischenzone eine große Rolle gespielt. Ob das auch für die Befestigungsanlagen im Reitlingstal zutrifft, könnten gezielte Untersuchungen zeigen. (...) Erst nach Untersuchungen, die klare Datierungen und Aufschlüsse über die Bauweise der Befestigungsanlagen bringen, kann man den Versuch einer historischen Deutung wagen.

Franz Niquet 1977 (S. 30)


Zwei Burgen im Elm wurden gelegentlich als keltische Anlagen gedeutet, doch wurden sie nie weiträumig untersucht und die Funde sind zu spärlich, als dass sie diese Annahme stützen könnten.

Gesine Schwarz-Mackensen 2001 (S.115)


In der zweiten Nutzungsphase wurden die Anlagen dann verstärkt und durch Sperrwälle ergänzt. Während dieser Zeit entstand so ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das an die keltischen „Oppida“ erinnert. Deutliche Ähnlichkeiten etwa zu dem Heidetränk-Oppidum bei Oberursel im Taunus, das ebenfalls zwei Höhenanlagen und diese über ein Tal hinweg verbindende Wälle besitzt, sind unbestreitbar.

Lutz Grunwald 2003 (S. 46)

Wenn unsere anderen Projekte einmal abgeschlossen sind, ist es dringend erforderlich, neue Untersuchungen im Reitlingstal anzustellen. Zu den Altgrabungen von Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts liegen keine Dokumentationen vor, und die Kleinfunde, Tode schrieb von "Säcken" von Scherben, sind verschollen. Was man aus den paar Skizzen, die er hinterlassen hat, erkennen kann, sieht nach "Ripdorf" aus...

Wolf-Dieter Steinmetz - mündlich - 2005
 

Die vollständigen bibliographischen Angaben finden sich in der Literaturliste.

→ zurück zum Seitenanfang

HOME

Rechtliches

Technisches

Vorgeschichte

Bibliographie

Kontakt