 |
In den vergangenen Wintermonaten hat unser
Grabungsleiter Wolf-Dieter Steinmetz das Fundmaterial gesichtet. Zwei
auffällige Beobachtungen konnten gemacht werden:
Bei der chronologischen Einordnung der bronzezeitlichen Scherben klafft
eine beträchtliche Lücke. "Uns fehlt Hallstadt B..."
Außerdem ist die späte Eisen- / frühe
Kaiserzeit stärker vertreten, als bisher gedacht. Will sagen:
Wir haben es vermutlich mit drei getrennten Siedlungsphasen zu tun. Ein
Teil des Fundmaterials datiert an den Beginn der jüngeren
Bronzezeit, ein Teil an deren Ende bzw. in die ältere
Eisenzeit. Dazwischen scheint der Platz für mehrere
Generationen, vielleicht für zwei Jahrhunderte, unbesiedelt
gewesen zu sein. Da stellt sich natürlich die Frage, ob beiden
bronzezeitlichen Phasen eine Befestigung zugewiesen werden kann, und
wie das zeitliche Verhältnis zu den massiven
(Brand-)Zerstörungshorizonten ist. Als sicher können
wir annehmen, dass die viel spätere Besiedlungsphase um
Christi Geburt eine Befestigung aufwies. Auch schließt
Steinmetz nicht aus, dass die im vergangenen Jahr aufgedeckten
Balkenstrukturen nicht, wie vermutet, zu einem Haus
gehörten, sondern als Überreste einer
Holzkastenkonstruktion Teil der bronzezeitlichen bzw.
früheisenzeitlichen Befestigung waren. Dies erschien uns
zunächst unwahrscheinlich, da sie so weit vom Graben entfernt
lagen. Nach den Befunden der letzten Grabungstage aber nehmen wir an,
dass der deutlich erkennbare Graben erst zur 3. - "germanischen" -
Phase gehörte, während die bronzezeitliche
Befestigungslinie mehrere Meter weiter "innen" verlief, und damit in
die Nähe der verkohlten Balkenstruktur rückt.
Entsprechend werden wir beim Beginn der diesjährigen Kampagne
genau dort
|
|
weitermachen, wo wir im vergangenen Jahr
aufgehört
haben, und noch weiter in die Tiefe gehen, um Klarheit zu gewinnen. Im
Bereich der Balkenstruktur wird die Fläche erweitert, und der
äußere Graben, den wir mit dem Schnitt bisher noch
nicht erfasst haben, kommt erst danach an die Reihe.
Vor Grabungsbeginn soll eine großflächige
geophysikalische Prospektion durchgeführt werden. Wenn
machbar, soll sie sich auch auf den südlichen Gegenhang
erstrecken, wo ein Urnengräbrfeld vermutet wird (siehe Bericht von
Steinmetz auf www.fabl.de ).
Wie soll man die Spannung bis zum Karfreitag nur
aushalten? Da startet unsere zweite Kampagne in Isingerode.
Am 8. März um 19 Uhr gibt es im Dorfgemeinschaftshaus in
Schladen nochmal einen Vortrag von Wolf-Dieter Steinmetz zum aktuellen
Erkenntnisstand.
|