Kampagne 2006:

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Lothars kleines Grabungstagebuch X:

Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode

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25. bis  27. Grabungstag, Donnerstag 28.09. und Samstag/Sonntag 30.09./01.10.2006:

Der Graben (Montage,  verzerrt)

Da sich ein Teil der "Freunde der Archäologie" auf Exkursion in Lykien befindet, arbeiteten wir an diesem Wochenende mit kleinerer Mannschaft. Immerhin waren (wenn auch nicht jeder an jedem Tag) Angelika Wiese, Hubertus Wallrafen, Michael,

Reinhard Laskowski, Wolfram Klingbeil und meine Wenigkeit dabei, und natürlich unser Chefarchäologe Wolf-Dieter Steinmetz. Ein gutes Team. Das Wetter war sommerlich. Grundsätzlich könnten die Flächen etwas Feuchtigkeit vertragen, die Ausgräber aber ziehen natürlich die Sonne vor. Obwohl wir in einem Schnitt arbeiten, gibt es doch zwei sehr unterschiedliche Bereiche, nämlich den Siedlungsbereich und den Graben. Die Arbeiten in den beiden Bereichen sind schon sehr verschieden, und mittlerweile trennt sie auch ein Höhenunterschied von ein Meter fünfzig.
Siedlungsbereich:
Aufgrund der dicht beieinander liegenden, differenzierten Befunde und des hohen Fundaufkommens wird hier sehr vorsichtig gearbeitet, mit Abträgen von 10cm, teilweise nur 5cm. Einige der Befunde sind beim letzten Abtrag allerdings "zusammengewachsen" zu einer großen, bisher mindestens 15cm mächtigen Aschefläche. In diese eingebettet konnten am Sonntag nachmittag noch zwei längliche Holzkohlestrukturen dokumentiert werden, die nach recht sicher die Überreste zweier massiver Balken darstellen. Das ganze sieht doch inzwischen verdächtig nach einem abgebrannten Haus aus. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt. Das abgebrannte Etwas wird sowohl über ausreichend verzierte Keramik (wenn ich Recht sehe, geht das Richtung P VI - frühe Eisenzeit) datierbar sein, als auch über jede Menge Holzkohleproben - wenn wir das Geld dafür übrig haben. ( Auch für zweckgebundene Spenden gilt das auf der Webseite von FABL e.V. angegebene Konto. Und ein Hinweis unseres Schatzmeisters Werner: FABL ist gemeinnützig und stellt entsprechende Spendenquittungen aus.)


Holzkohlespuren massiver Balken 


Knochen

Grabenbereich:
Nun, ersteinmal bin ich von mir selbst etwas enttäuscht, denn mein persönliches Ziel war an diesem Wochenende im Graben das 2m Planum vollständig zu schaffen. Das ist mir nicht ganz gelungen.
Dieser Graben bereitet uns etwas Kopfzerbrechen. Vom unteren Grabenrand zieht sich eine zur Grabenmitte mächtiger werdende Verfüllschicht aus fester, dunkler Erde, vermengt mit großen und kleinen Kieseln,die dann hangaufwärts ausläuft. In der Grabenmitte erreicht sie etwa 1m90 Tiefe. Unter dieser Schicht befindet sich hangabwärts von der Mitte grober Kies, vermengt mit grauer Erde, hangaufwärts heller Lehm (Löß). In der Schicht findet sich allerlei Keramik und in der Grabenmitte auch Knochen. Die Keramik allerdings sieht doch etwas anders aus, als die in der Siedlung. Letzte Woche schrieb ich bereits, dass sie nach dem ersten Augenschein durch unseren Archäologen eher kaiserzeitlich sein könnte, also von den zotteligen, alten Germanen stammt. Wenn sich in tieferen Schichten keine datierbaren Funde mehr machen lassen, bekommen wir also Probleme, diesen inneren Graben der bronzezeitlichen bzw. früheisenzeitlichen Siedlung zuzuordnen.

Den äußeren Graben werden wir ja erst im kommenden Jahr untersuchen. Frage aller Fragen: Gibt es überhaupt tiefere Verfüllschichten? Der helle Lehm könnte bereits natürlicher Boden sein. Könnte aber, meiner Meinung nach, auch "eingeschwemmt" sein. (Regenwasser löst feine Lehmteilchen aus dem hangaufwärt liegenden Bereich und lagert sie am Grund des Grabens ab.) Der grobe Kies in grauer Erde unterscheidet sich farblich von dem groben Kies, den wir als anstehenden Boden betrachten, und der am äußersten unteren Ende des Schnittes bis unter die Pflugschicht reicht. Diese Schicht ist aber bisher völlig fundlehr. Hier hilft nur Eins: TIEFER graben. Bei einer Ausgrabung ist man nie vor Überraschungen sicher.

Vorankündigung:
Demnächst gibt es als Exkurs die Auflösung unserer kleinen Krimigeschichte vom 05.08. zu einem uns berichteten Altfund.   



Blick aus dem "Loch"

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