Kampagne 2006:

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Zwischenspiel

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Lothars kleines Grabungstagebuch IX:

Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode

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23. und  24. Grabungstag, 23. und 24.09.2006:

Der Herbst beginnt mit sommerlichem Wetter - und einer neuen Runde für die Ausgrabung am Burgwall Isingerode. In diesem Jahr wollen wir die Arbeiten solange fortsetzen, wie das Wetter es zulässt. Aber auch im kommenden Jahr soll es weitergehen, zunächst mit einer Erweiterung der Fläche im Siedlungs- und Grabenbereich, auch mit dem Ziel, den nun bekannten äußeren Graben zu schneiden.

An dieser Stelle sei den Grundeigentümern, der Familie Meyer, und auch dem Bürgermeister der Samtgemeinde Schladen, Herrn Memmert, herzlich gedankt für ihre Unterstützung, und dafür, dass sie uns weitere Forschungen in den kommenden Jahren ermöglichen. 
Die Arbeit dieses Wochenendes brachte im Grabenbereich mehr Fragen als Antworten. Hier ist mit Planum 8 eine durchgängige Tiefe von 1 Meter achtzig erreicht, z.T. mit dem Abtrag auf zwei Meter begonnen. Damit sind wir allerdings noch nicht auf der Sohle des Grabens. In dieser Tiefe scheint im Planum die Grabenverfüllung noch mindestens vier Meter breit. Die Stratigraphie der Grabenverfüllung ist allerdings noch nicht ganz geklärt, denn eine zusätzliche, tiefere Verfüllschicht, die beim letzten Grabungswochenende erkannt wurde (Michaels Bericht), hebt sich im Planum kaum von dem Material ab, das wir bisher als "gewachsenen" Boden betrachten. Die Profile sind leider inzwischen wieder völlig ausgetrocknet. Drei Schichtgrenzen sind gut erkennbar, aber hier müssen wir bei feuchtem Boden nochmals putzen und sehr genau hinsehen. Etwa in der Mitte des Grabens fanden sich auch beim letzten Abtrag noch Scherben, die der Grabungsleiter als kaiserzeitlich einordnet, unter anderem eine Randscherbe, bei der diese Datierung zwingend ist. Das bedeutet, dass der Graben noch nach Christi Geburt bis in etwa 1 Meter 80 Tiefe offenlag. Im Siedlungsbereich übrigens fehlt kaiserzeitliche Keramik.
Im Graben fanden sich außerdem Knochen, darunter ein Unterkiefer eines mutmaßlichen Pferdes und ein Reisszahn. Da auch im Siedlungsbereich jetzt

größere Knochen - Gelenkkopf, Rippen - aufgetaucht sind, dürfen wir langsam optimistischer werden, was die allgemeine Knochenerhaltung angeht.
Der Befund der Ascheschicht im Siedlungsbereich setzte sich im nächsten Planum fort. Diese Ascheschicht ist also mindestens 15 cm mächtig! Am Rand des Aschefeldes ist die Funddichte von Keramikbruch besonders hoch. Michael fand hier u.a.eine Scherbe mit Wellenrand, bei der ich mir sicher bin, dass sie zu dem gleichen Gefäß gehört, wie jene, die ich im Planum darüber ebenfalls am Rand dieser Ascheschicht fand.
Auch konnte im Siedlungsbereich eine Reihe von drei Pfostenlöchern in gleichem Abstand zueinander dokumentiert werden. Wie sich das fortsetzt, und ob wir hier vielleicht schon den Ansatz zu einem Gebäudegrundriss haben, wird sich erst mit der Erweiterung der Fläche im kommenden Jahr zeigen.
Aus den Holzkohlebefunden haben wir gesondert Proben genommen. Möglicher Weise werden wir später einige Proben 14C datieren lassen. Bei der immer noch großen Ungenauigkeit von 14C Daten und den hohen Kosten ist dies aber nicht vorrangig. In breiten Teilen der Bevölkerung besitzen 14C Datierungen wohl

Raubtierzahn?

Die besondere Scherbe

eine hohe Glaubwürdigkeit, einfach weil sie naturwissenschaftlich gewonnen werden. Die große Meßfehlerquote und die Ungenauigkeit dagegen sind kaum bekannt.
Einen besonderen Fund machte im Siedlungsbereich Dieter. (Foto links.) Die mit drei waagerechten Reihen von Eindrücken sehr ungewöhnlich verzierte Scherbe könnte - nach Ersteinschätzung unseres Grabungsleiters - als sogenannte "Kalenderberg-Keramik" eingeordnet werden. Diese nach einem österreichischen Fundplatz benannte Ware gilt als "barocker" Verzierungsstil der Hallstadtzeit. (Falls Nicole - Kunsthistorikerin - diese Zeilen liest: Du magst in der Scherbe wenig Barockes erkennen. Wenn man ein paar vollständige Kalenderbergefäße aber den sonst eher durch schlichte Eleganz glänzenden, vorherrschenden Verzierungen dieser Epoche gegenüberstellt, weiß man, was gemeint ist.)



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