Kampagne 2006:

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Lothars kleines Grabungstagebuch IV:

Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode

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1. Exkurs, 05.07.2006:
Ausflug zur Hünenburg am Heeseberg

An diesem freien Vormittag wollte ich mal sehen, wie es auf der nur 20 Kilometer von Isingerode entfernten Hünenburg am Heeseberg vorangeht. Das überaus spannende ist ja, dass jetzt an zwei benachbarten befestigten Plätzen der gleichen Epoche geforscht wird. Dadurch wird unser Bild  der jüngeren Bronzezeit in der Region bedeutend geschärft werden.


Auf der Hünenburg traf ich Immo und Sven an. (Beide waren als alte Fußballfans noch etwas deprimiert vom Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft am Vorabend.)  


Hier werden in diesem Sommer die Ausgrabungen in der Außensiedlung weiter gehen. Derzeit wird an einem Schnitt etwa in der Mitte zwischen der oberen und der unteren Grabungsfläche des letzten Jahres gearbeitet. Auch hier zeichnen sich dichte Siedlungsbefunde ab. Damit wird immer deutlicher, dass tatsächlich der ganze Hang unterhalb der Burg bebaut gewesen ist, auch wenn es bei einer mutmaßlichen Siedlungsdauer von mehreren Jahrhunderten schwierig sein wird, herauszufinden, wann er denn wie dicht bebaut war. Da wartet noch viel, viel Arbeit. Aber mit Beginn der vorlesungsfreien Zeit wird Immo seine Studis aus Göttingen auf die Flächen loslassen. Und wenn die nicht nur Müsli frühstücken (tschuldigung - heute machen das Studenten ja garnicht mehr...), dann wissen wir im Herbst sicher schon wieder viel mehr.
Findet uns mal ein paar Salzsieder und Bronzegießer! Das ist uns im letzten Jahr ja leider noch nicht gelungen.
Bei Gelegenheit werde ich wieder vorbeischauen und bin schon sehr gespannt, was bis dahin Neues herausgekommen sein wird.

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Zurück nach Isingerode:
12. Grabungstag, 09.07.2006:


Im Grabenbereich ist es gut vorangegangen. Wir wollen auf 80 cm abtiefen, und die sind zum Teil auch schon erreicht. Ich hatte im Siedlungsbereich an einem merkwürdigen Befund zu tun, den ich nur als Asche deuten kann (Foto links). Das Material ist pulverartig, locker und fast weiß; im Randbereich Holzkohle. Drinnen steckten auch verschiedene Scherben. Hatte ich mich nicht neulich über das Fehlen von Scherben mit Wellenrand gewundert? Heureka! Da ist eine (Foto rechts).


Inzwischen hat auch Herr Meyer, der Besitzer des Landes, auf dem einstmals unser Burgwall stand,  das Feld abgeerntet. Mit seinem historischen Traktor - ein Porsche Diesel von 1958! - kam er, begleitet von seinem Sohn,  direkt von seinem Hof zu uns herübergefahren, um uns mit ein paar Kanistern Brauchwasser zu versorgen. Für seine Unterstützung unserer Sache sind wir sehr dankbar!
Das Stoppelfeld ist nun sehr einladend zum Fundelesen. Ich ging ein paar Schritte hinaus in die (noch nicht ausgegrabene) Siedlung und tatsächlich lächelte mich gleich eine rillenverzierte Scherbe an (Foto unten links). Das brachte mich auf eine Idee - doch dazu später im 2. Exkurs.



Mit auf der Ausgrabung dabei war heute auch mein alter Studienfreund und Ex-Troianer Michael. Würde mich freuen, wenn er dauerhaft zu unserem Team stoßen würde.

An den nächsten beiden Grabungstagen werde ich wieder nicht mit dabei sein können, weil sie in der Woche liegen.


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