|
Kampagne 2006: |
|||||||||||
|
* |
|||||||||||
|
Persönliche Erlebnisberichte von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode |
|||||
|
***
|
|||||
|
Am 8. Grabungstag, den 24.06.2006, musste ich malwieder aussetzen. Wenn eine Ausgrabung hauptsächlich mit freiwilligen Helfern durchgeführt wird, die berufsbedingt nicht an jedem Grabungstag anwesend sind, hat das zwei Nachteile. Einerseits kann man als Helfer die Entwicklung vor Ort nicht kontinuierlich verfolgen und hat gewissermaßen immer Angst, eine aufregende Entdeckung zu verpassen. Andererseits ergibt sich, wenn an der selben Stelle immer wieder andere Helfer arbeiten, das berüchtigte Problem der "verschiedenen Hände". |
|||||
|
***
|
|||||
|
9. Grabungstag, 25.06.2006: |
|||||
|
***
|
|||||
|
|
|||||
|
***
|
|||||
|
11. Grabungstag, 02.07.2006: |
|||||
![]() |
← Diese Scherbe eines
Gefäßes mit
senkrechter Riefenverzierung auf der Schulter kommt uns wohl schon
bekannt vor. Auf diesen Seiten habe ich ja schon mehrere
ähnliche Stücke, die aber zu unterschiedlichen
Gefäßen gehören, gezeigt. |
![]() |
|||
![]() |
← Als ich diese kaum mehr als
daumennagelgroße
Scherbe fand, dachte ich zunächst: Ach, nur so ein
Krümel. Aber dann erkannte ich das eingeritzte Muster. → Dieser Fund von Wolfram löste
zunächst Verwirrung aus. Die auf dem Foto leider nicht gut
erkennbaren Fingernageleindrücke sind eine Verzierung, die man
vielleicht auf den ersten Blick eher in eine andere Epoche setzt.
Bisher gehörten alle nach dem ersten Augenschein grob
datierbaren Funde dieses Platzes |
![]() |
|||
![]() |
ausschließlich in die jüngere Bronze-
bis vielleicht in die beginnende Eisenzeit, also in eine Epoche von
etwa 1200 bis 800 vor Christus. Nicht, dass hier der Eindruck entsteht,
ich selbst könnte Scherben datieren. Dazu reicht meine geringe
Erfahrung bei weitem nicht aus; ich muss noch viel lernen.
Immerhin aber fand ich Wolframs Scherbe ungewöhnlich. Es kam
mir vor, als hätte ich soetwas in anderem Zusammenhang schon
einmal gesehen. Mein erster Tip lag aber wohl völlig daneben.
Unser Grabungsleiter Wolf-Dieter Steinmetz, der die Keramik unserer
Region so gut kennt wie nur wenige andere Fachleute, landen doch fast
alle Funde des Braunschweiger Landes letztendlich in seinem Museum,
mochte die Scherbe aber auch nicht recht in die
jüngere Bronzezeit einordnen. Letztendlich ist das Datieren
von Gefäßbruchstücken sowieso eine heikle
Angelegenheit, solange man nicht wenigstens die Gesamtform des
ehemaligen Gefäßes rekonstruieren kann, es sei denn,
man findet etwas, das ganz charakteristisch nur für eine
Epoche ist. Zufällig waren nun an diesem Tag zwei
Ausgräber zu Besuch, die derzeit im Brandenburgischen
arbeiten. Und die erklärten, in ihrer Gegend wäre
soetwas typisch für die ältere Eisenzeit. Das nahmen
wir zunächst einmal billigend zur Kenntnis. Man bedenke aber:
Wir wähnten uns eigendlich mehr oder weniger am Boden des
Walles. Es macht schon einen entscheidenden Unterschied, ob dieser zu
Beginn der jüngeren Bronzezeit, in ihrer Mitte, oder erst am
Übergang zur Eisenzeit errichtet wurde. |
||||
|
Die Feldgrabung ist eine Sache, die Auswertung der Funde und Befunde eine andere, die sich noch über Monate (oder gar Jahre) nach dem Abschluß der Feldarbeit ziehen kann. Ein untypischer Fund kann nachträglich in die Schicht gelangt sein, z.B. durch einen Tiergang (zu gut deutsch: ein Mauseloch, und das ist kein Witz, sondern ein ernstes Problem!). Um Fehler auszuschließen, muß bei der Grabung, wie bei der Dokumentation sehr genau gearbeitet werden. Um einen untypischen Fund einzuordnen, wollen manchmal viele dicke Kataloge gewälzt, vielleicht sogar Spezialisten für benachbarte oder entferntere Regionen befragt werden, gilt doch die Bronzezeit als eine Epoche weitreichender Handelsbeziehungen. |
|||||
|
***
|
|||||
|
→ Weiter zum ersten Exkurs und zum nächsten Grabungswochenende |
|||||
|
← zurück zum ersten und zweiten Grabungswochenende |
|||||