Lothars kleines Grabungstagebuch 2009
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
Folge 10: 19. und 20. 09.


Dem Kalender nach war dies das letzte Sommerwochenende - und das Wetter gab sich tatsächlich sommerlich.

Obwohl wir mit den Abträgen erkennbar vorankamen, sind noch keine Befunde zu beobachten. Mit dem Abtrag auf 40cm unter heutiger Oberfläche ist an verschiedenen Stellen begonnen. Es kann sein, dass wir noch bis zu einen Meter undifferenzierten Wallschutt - ein Gemenge aus Kies, Steinen und Asche - entfernen müssen. Kann aber auch nicht sein. Gerade Befunde der Nachnutzung dieses Platzes durch die alten Germanen um Christi Geburt könnten jederzeit und überall auftreten. Entsprechend gehen wir mit der üblichen Vorsicht und Genauigkeit vor. Eigentlich erwarte ich nach dem Magnetbild, egal ob wir es ein paar Meter nach Nord oder Süd verschieben, in allen Quadranten Befunde in nicht allzu großer Tiefe.

Im Quadrant 60-65N/05-10E (auf der Planskizze links unten) ist die Situation natürlich anders. Direkt unter der hier kaum 25 cm starken Pflugschicht setzen die Spuren der jüngsten Brandkatastrophe “B1” ein. Diese gehören noch zum Wall. An einigen Stellen sind schon Holzkohle und Brandlehm zu erkennen. Nächstes Wochenende werden wir die Reste der Pflugschicht “wegputzen” und dann sicher ein schönes Planum mit klaren - aber nicht überraschenden - Strukturen sehen.

Funde: Ja, es gab auch Funde. Keramikbruch hier und da, auch Feuerstein. Aber keine datierbaren oder näher ansprechbaren Stücke. Immerhin fand Gisela eine Scherbe mit einem Umbruch. In den letzten Monaten sind wir doch sehr verwöhnt worden, was Funde betrifft. Nun stehen wir gewissermaßen wieder ganz am Anfang.


Der Vollständigkeit halber, besonders für die Freunde, die dieses Wochenende nicht dabei sein konnten, gibt es eine Planskizze mit dem aktuellen Stand. Zentimeterangaben beziehen sich auf die Abtragstiefe unter heutiger Oberfläche.

Wir werden zunächst in den Quadranten 70-75N/00-05E (oben rechts), 65-70N/05-10E (Mitte unten) und 60-65N/00-05E plus Verlängerung des diagonalen Profils aus dem Altschnitt (links oben bis oben Mitte) in die Tiefe gehen. Für  60-65N/05-10E ist wie gesagt ersteinmal nur ein gut geputztes Planum direkt unter der Pflugschicht vorgesehen. Aber das alles kann sich “taktisch” nach Befundlage jederzeit ändern.  

In der Asche des Wallschuttes sind klar neuzeitliche Pflugspuren zu erkennen. Hier haben wir exakt die Grenze der Pflugschicht getroffen.



Eimer um Eimer, Schubkarre um Schubkarre geht es voran.  Am Samstag waren wohl nur vier Ausgräber am Werk, die aber gut geschafft haben. Am Sonntag waren wir zehn: Achim Scheffler, Bärbel, Gabi, Gisela, Harald, Holger,  Michael, Uwe, ich und Chef Wolf-Dieter.  

Zum Vergleich: 13.09., abends. 

20.09., abends.

→ Weiter zur nächsten Folge

← Kampagne 2006

← Kampagne 2007

← Kampagne 2008

***

↑ Ausstellung

↑ Chronologie

2009:

Folge 1

Folge 2

Folge 3

Folge 4

Folge 5

Folge 6

Folge 7

Folge 8

Folge 9

Folge 10

Folge 11

Folge 12

Folge13

→ Kampagne 2010

HOME

Rechtliches

Technisches

Vorgeschichte

Ausflüge

Kontakt