Lothars kleines Grabungstagebuch 2009
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
Erste Arbeiten im neuen Schnitt
Folge 9 - 12. und 13.09.2009

Na endlich geht es weiter! Dieses Jahr ist die Kampagne aber arg gestückelt. Und zu allem Elend konnte ich beim Auftakt am 12. garnicht dabei sein. Mit Fleiß kommen wir in der neuen Fläche dieses Jahr noch so weit, dass ernstzunehmende Befunde erkennbar werden. Der Rest verbleibt für 2010...
Am Samstag, den 03.10. werden wir übrigens nicht graben, sondern uns auf die Spur der "Römer in Niedersachsen" begeben. FABL macht eine Exkursion nach Hedemünden, Hannoversch Münden (Ausstellung "Die Spur des Imperiums") und zum Harzhorn.

Am ersten Wochenende im neuen Schnitt hatten wir noch arg zu kämpfen mit dem Abtrag der Reste der Pflugschicht.
An dem Wochenende, an dem Holger mit dem Radlader den alten Schnitt zugeschoben hatte, war trotz 22 Betriebsstunden des Gerätes  (an zwei Tagen) die Zeit dann doch zu knapp, um auch noch die ganze neue Fläche abzuschieben. Kein Wunder: Wir hatten ja hier auch in dreieinhalb Jahren ein beeindruckendes “Loch” geschaffen.
"Pflugschicht" war also das Thema des Wochenendes. Und ein Teil der Mannschaft wird sich damit auch noch am kommenden Wochenende beschäftigen. Bei dem vorliegenden Boden ist das kein Spaß. Man kann nämlich nicht einfach drauflos schaufeln oder spaten, weil der Boden mit faustgroßen “Kieseln” durchsetzt ist, die mit der Erde in trockenem Zustand bisweilen eine betonartige Masse bilden. Da kamen alle Beteiligten ganz schön ins Schwitzen. (Foto rechts: Bärbel Steinmetz)

Weil wir aber so fleißig waren, sind jetzt nur noch zehn Quadratmeter bedeckt. In der restlichen Fläche müssen noch fünf bis zehn Zentimeter runter. Damit ist schon begonnen worden. Im Süden des Schnittes, wo wir uns noch in einem kleinen Bereich über den Brandschichten des Walles befinden, schimmern schon Holzkohle und Brandlehm durch.

Wenn man die Fotos vom Sonntag vor dem offiziellen Beginn (links) und vom Abend des 13. (rechts) vergleicht, ist ein klarer Fortschritt zu erkennen.

Es lohnt aber noch nicht, hier eine neue Planskizze zu zeigen.

Obwohl natürlich die Pflugschicht schon Funde enthalten kann, wenn sie auch ohne Befundzusammenhang weniger “wertvoll” sind, war die Fundausbeute bisher sehr gering.  Das entspricht allerdings den Erfahrungen im alten Schnitt, wie auch den Beobachtungen bei der Testgrabung in der Außenfläche im vergangenen Jahr. Und bei letzterer waren wir unter der Pflugschicht ja auf eine Grube randvoll mit Keramik gestoßen. ( Zur Erinnerung → HIER.)

Für die Positionierung des Magnetbildes über dem neuen Schnitt habe ich noch keine Klarheit gefunden. Zunächst war ich begeistert, eine alte Version des Magnetbildes aus 2007 auf meinem Rechner zu entdecken, auf dem Koordinaten eingetragen sind. Dann machte mich am Sonntag aber unser Chef darauf aufmerksam, dass das Koordinatensystem der geophysikalischen Prospektion nicht exakt mit dem der Grabung übereinstimmt. (Beides sind relative Systeme.) Wahrscheinlich gibt es eine Verschiebung von 0,40 nach Süden und 1,20 nach Osten. Aber das wird Chef Wolf-Dieter nochmal nachsehen.

Die Positionierung des Magnetbildes im Vorgucker (→ HIER) ist wohl in jedem Fall falsch.

Der Grabungssonntag endete mit einem heftigen Regenschauer - nachdem wir bereits zusammengeräumt hatten.  

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