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Lothars
kleines Grabungstagebuch 2009 - Folge 2 - bis 26.04.2009 |
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Unsere Arbeit konzentriert sich jetzt fast
vollständig im Abschnitt Nord / Wall bzw. Wallinnenseite. In
allen anderen Abschnitten sind die Arbeiten ja auch so gut wie
abgeschlossen. In der Erweiterung West sind wir mutmaßlich
nur noch zwei Abträge über dem "Gewachsenen".
Allerdings konnte Harald hier die Spuren einer weiteren, dritten
Pfostenreihe im Wall feststellen. Im äußeren Graben
arbeitet Michael noch an einem kleinen Stück zur
Überprüfung des Profils und ich hänge von
der Außenwelt abgeschnitten weiterhin am Westprofil des
großen Grabens. Im Nordabschnitt (Fotos oben) werden nun
Blöcke und Stege abgetragen, die wir zur
Überprüfung der Stratigraphie (Schichtabfolge)
stehengelassen haben.
Von hier aus soll es ja auch ab Juli weiter in die Innenfläche
der Befestigungsanlage gehen. Bei den Arbeiten konnte gerade in den
letzten Tagen ein noch besseres Bild der Schichten gewonnen
werden, es kamen aber auch ungewöhnliche Funde ans Tageslicht. |
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Älter
als die Bronzezeit: |
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Randscherbe
mit "Fischgrätmuster" |
Scherbe
mit Doppelreihe kleiner Einstiche |
Fund aus dem letzten Jahr (siehe Folge 11 - 2008) |
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Damit haben wir bisher drei mutmaßlich
neolithische (sprich: jungsteinzeitliche) Scherben auf unserer Grabung.
Auch der Fund aus dem letzten Jahr lag maximal anderthalb Meter von den
beiden Neufunden entfernt. Die Funde stammen allesamt aus dem Wall,
unter Schicht B2 (wenn mich meine Erinnerung nicht
trügt). Wie immer gilt der Grundsatz: "Der jüngste
Fund datiert die Schicht" - nicht der älteste. Woher aber
stammen unsere jungsteinzeitlichen Einsprengsel? Es muss sich hier -
oder unweit von hier - ein jungsteinzeitlicher Siedlungplatz befunden
haben. Beim Bau des Walles am Ende der Bronzezeit ist Erdreich benutzt
worden, das bereits die älteren Scherben enthielt. |
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Links:
Farbverändertes Foto der tiefsten Grabensohle. Mitte:
Farbverändertes Foto des nördlich
anschließenden Profilabschnitts mit der ältesten
erhaltenen Grabenphase. Rechts: Das gleiche Bild mit graphischer
Andeutung wichtiger Schichten. In den "gewachsenen" Boden (1) wurde ein
Spitzgraben (3) eingetieft, der gut erkennbar eine bodenparallele,
natürliche Kiesschotterschicht (2) durchbricht. In
der Verfüllung läuft eine dünne,
flächendeckende Schicht mit hohem Holzkohleanteil (4) aus.
Nach der Verfüllung des Grabens wird ein neuer, viel
tieferer Graben ausgehoben (5). Die unterste Verfüllung dieses
neuen Grabens besteht aus einer mehr als einen Meter mächtigen
Kiesschüttung, bzw. nach meiner persönlichen Meinung
aus drei zusammen etwa einen Meter mächtigen
Schüttungen aus gleichem Material, das aber von
dünnen Bändern mehr lehmhaltigen Materials durchzogen
ist. (Immernoch kann ich hier keine Gesamtzeichnung des Profils
anbieten. Mein Vorsatz ist, diese in der Grabungspause ab Ende Mai
anzufertigen.) |
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Das kommende Grabungswochenende beginnt schon am Freitag, den ersten Mai. |
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2009: |
Folge 2 |
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