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Folge 15:
bis zum 26. Oktober
"Wenn man
nichts anderes zu erzählen hat, redet man über das
Wetter."
Nun. Für unsere Arbeit spielt das Wetter eine ziemlich
entscheidende Rolle. Und an den vergangenen Oktoberwochenenden hatten
wir unverschämtes Glück. Es blieb weitgehend trocken.
Eine
verregnete Woche würde im Wallbereich den Boden zum Teil in
eine
Schlammgrube verwandeln, in der man mehr zerstört als erkennt.
Schwere Regenfälle könnten auch das frisch geputzte
Westprofil in Mitleidenschaft ziehen, selbst wenn es abgeplant ist. Das
ist eine leidvolle Erfahrung der vergangenen Jahre. Für die
Dokumentation ist hier also Eile geboten! Letztendlich wird wie im
vergangenen Jahr die Wetterentwicklung über das Ende der
diesjährigen Kampagne entscheiden. Der Grabungsleiter
erklärt
scherzhaft: "Wir graben bis zum 24. Dezember mittags!" Im Grunde haben
wir aber in diesem Jahr nur noch zwei Dinge zu erledigen, der Rest mag
bis nächstes Jahr warten.
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Der
beste Befund der vergangenen Grabungstage ist die Pfostenkonstruktion
in der Schnitterweiterung Wall/West. Inzwischen haben wir hier neun
Pfosten in zwei Reihen (Foto links). In dieser deutlichkeit waren im
alten Schnitt, soweit ich erinnere, keine Pfostenreihen erkennbar
gewesen. Dazu werden wir die Dokumentationsfotos und -zeichnungen aus
dem vergangenen Jahr nochmal unter die Lupe nehmen. Da es sich sicher
um ein Konstruktionsmerkmal einer bestimmten (und zwar eher
frühen) Wallbauphase handelt, dürften sich Spuren
dieser Pfostenreihen umlaufend um den ganzen Wall erhalten haben.
Klar erkennbar sind die Pfostenreihen (Foto unten) auch im frisch
geputzten Westprofil des alten Hauptschnittes. Bernd und ich haben hier
die Putzarbeit am Samstag (25.10.) zuende gebracht.
Beim Betrachten unseres Ergebnisses meinten wir
jedoch zu erkennen, dass es südlich vorgelagert (im Foto
also links) eine dritte Pfostenreihe gibt. Diese wird von den
jüngeren Schichten allerdings tiefer geschnitten, so dass sie
wohl erst beim nächsten Abtrag in der Schnitterweiterung West
erkennbar werden dürfte.
Ich rechne ganz fest damit, dass wir diese dritte Reihe noch bekommen.
Leider werden wir zur genauen Konstruktion des Walles keine sicheren
Aussagen treffen können. Denn wie an vielen vorgeschichtlichen
Fundplätzen, die über einen langen Zeitraum besiedelt
waren, haben die jüngeren Bauphasen alles ehemals
Obertägige der älteren Bauphasen weitgehend
zerstört.
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