|
Lothars
kleines Grabungstagebuch 2008
Persönliche
Erlebnisberichte von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
|
|
Folge 14: 11. und
12. Oktober
Am Samstag war ich nicht anwesend.
Am Sonntag gab es eine ganze Reihe interessanter Funde und Befunde. Ein
starkes Team war angetreten. Am Mittagstisch wurde es regelrecht eng:
Achim Scheffler, Angelika, Bärbel, Bernd, Fabian, Gabi,
Gisela, Harald, Ingrid, Michael, Uwe, Wolfram, ich und Chef Wolf-Dieter
Steinmetz. Im Verlauf des Nachmittags kamen noch weitere Leute dazu.
Darunter auch Dr. Thomas Dahms (→
Ostfalen-Netzwerk) .
Gehen wir von Norden nach Süden durch den Schnitt:
Wallinnenseite:
Hier zeichnet sich ein drittes Steinpflaster ab. Dieses wurde am
Samstag freigelegt, bisher erst auf einer kleinen Fläche. Bei
den
Steinpflastern scheint es sich aber um ein grundsätzliches
Bauprinzip zu handeln. Weiter zur Innenfläche hin hatten wir
in
einer noch jüngeren Schicht auch noch ein Steinpflaster. Das
aber
ist ebenfalls nur kleinflächig freigelegt und die
entsprechende
Schicht ist von der Pflugschicht gekappt. Wir dürften vier
solche
Pflaster zählen, wobei das jüngste direkt
über den drei
älteren nicht erhalten ist, sondern erst weiter im Innenraum
erkennbar wird.
Schnitterweiterung
Wall/West:
Weiterhin hohe Funddichte. Darunter auch ein paar interessante
Stücke.
|
Am Sonntag
unterstützte uns Fabian, der über den kurzen NDR
Bericht von unserer Ausgrabung erfahren hatte. Fabian spielt mit dem
Gedanken, sich beruflich in Richtung Bodendenkmalpflege weiterzubilden.
|
Fund aus dem Wallbereich:
Ein Stück Horn oder Geweih. Ich mag das nicht entscheiden.
Horn und Geweih sind zwar völlig unterschiedliche Materialien
mit ganz verschiedenen Eigenschaften, aber wer weiß schon,
wie die nach 3000 Jahren in der Erde aussehen.
|
Eine Scherbe aus dem
Wallbereich. Besondere Merkmale sind ein scharfer Umbruch,
darüber Rillenverzierung, darunter schräge
Ritzlinien. Der Grabungsleiter vermutet hier ein
Importgefäß.
|
 |
Als
unter Haralds Kelle eine runde, ca. 25cm durchmessende
Verfärbung mit sehr lockerer, bräunlicher
Verfüllung
sichtbar wurde, sah das noch am ehesten nach einem Tiergang aus. Dann
aber zeigten sich weitere, gleichartige Verfärbungen (bisher
sind
es insgesamt vier - Foto links), die mit
regelmäßigem
Abstand von
ca. 40cm in einer Reihe liegen und mit der Wallanlage fluchten. Die
Verfärbungen schließen mit einem der Steinpflaster
ab, die
sich den Wall entlangziehen.
Das wird wohl eher eine Pfostenreihe ergeben, Teil der
Befestigungslinie. Diesen Befund werte ich als das aufregendste
Ergebnis des Wochenendes!
***
|
 |
|
Das
große Grabenprofil:
Ich selbst verbrachte den Tag am
großen
Grabenprofil (Foto rechts oben),
nachmittags unterstützt von Bernd und Dr. Dahms. Thomas Dahms
hatte als promovierter Mediävist in seiner Studienzeit
regelmäßig Mittelalter gegraben und nahm
bereitwillig die
Schaufel
in
die Hand.
Am Vormittag hatten Bernd und Wolfram die Höhenkonturlinie des
Profils mit dem Nivellier vermessen.
Das Putzen und die anschließende Dokumentation des
großen
Grabenprofils soll baldmöglichst abgeschlossen werden.
|
|
Befund
Brandlehmfläche am äußeren Graben:
Hier
setzt sich eindrucksvoll das Scherbenpflaster fort. Lag es jedoch zur
Grabenmitte hin eher auf dem Brandlehm, so zieht es jetzt in die
Brandlehmpackung. Das kann kein Zufall sein. Auch wenn wir nicht sagen
können, welche Funktion es gehabt hat: Hier hat nicht einfach
irgendjemand seine kaputten Töpfe entsorgt. Diesen Befund
werden wir sicher weiter untersuchen, wenn im kommenden Jahr die
Abraumhalde weg ist.
Auch aus diesem Stück des Scherbenpflasters, dass trotz der
großen Menge an Scherben sicher nur aus einer begrenzte
Anzahl Gefäße besteht, werden sich ganze
Gefäßformen rekonstruieren lassen.
|
|
Das Foto links zeigt eine Randscherbe aus dem
Scherbenpflaster. Der
Rand ist mit Fingertupfen verziert, zwischen denen mehr oder weniger
regelmäßige Abstände liegen. Diese
Randgestaltung verweist in die frühe Eisenzeit, was auch zu
der bisherigen Keramikdatierung gut passt.
Das Foto rechts zeigt anpassende Teile einer sehr flachen Schale mit
abgesetztem Boden.
|
 |
|
→
Weiter zur nächsten Folge
|
|
HOME
|
Rechtliches
|
Technisches
|
Vorgeschichte
|
Ausflüge
|
Kontakt
|