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Lothars kleines Grabungstagebuch 2008
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode

Folge 9:
02. und 03.  August

Nachdem das erste Grabungswochenende nach der Sommerpause (19./20.07.) ziemlich verregnet war, am zweiten Wochenende (26./27.) dafür die Hitze fast unerträglich wurde, herrschten an diesem Wochenende optimale Wetterbedingungen. Der Samstag war geprägt von der Beseitigung von Regenschäden im Hauptschnitt einerseits, vom weiteren Abtrag der Deckschicht in der neuen Schnitterweiterung Wall/West andererseits. 
Am Sonntag ging es dann mit großem Team weiter. Angetreten waren Achim und Achim, Bärbel, Gabi, Gisela, Harald, Ingrid, Michael, Sabine, meine Tochter Johanna Jasmin, ich selbst und Chef Wolf-Dieter.

In der Flächenerweiterung ist nun die Deckschicht weg, und es kommt zu ersten Funden. Achim Scheffler konnte eine große Scherbe, scheinbar aus der Hals-Schulter-Partie eines Gefäßes freilegen (Foto links - Fotos von Johanna Jasmin). Die Scherbe lag mit der Innenseite nach oben. Zu gerne hätte ich gesehen, ob die Außenseite verziert ist, aber die Scherbe erschien brüchig, zeigte mehrere Risse, weshalb wir sie ersteinmal trocknen ließen, und nicht aufnahmen. 
Diese neue Fläche befindet sich nicht mehr auf dem Acker, sondern zwischen Büschen und Bäumen. der Baumbestand dürfte gut 60 Jahre alt sein. Auf alten Luftbildern aus den 1930er Jahren stehen Bäume nur auf dem Steilhang im Westen. Die Durchwurzelung des Bodens ist weniger  problematisch als befürchtet. Dennoch mache ich mir Gedanken, was verschiedene Ausgrabungsvorhaben in fernerer Zukunft angeht. Es gibt da mehrere Plätze, die wir aufgrund bestimmter Fragestellungen gern irgendwann in den kommenden Jahren angehen würden, die aber in altem Wald liegen. Hier in Isingerode liegen dagegen alle weiteren Flächen, die uns vorerst interessieren, auf Ackerland.

Im großen Graben wurde natürlich auch weitergearbeitet. Nachdem ich das 2m90 Planum geputzt hatte, war ich doch recht optimistisch, dass wir die Arbeiten hier bis Ende September abschließen können. Im größeren Teil der Fläche wird nur noch ein zwanzig Zentimeterabtrag nötig sein, mit dem wir uns vergewissern wollen, dass wir hier den gewachsenen Boden erreicht haben. Nur in einem etwa vier Meter breiten Streifen geht es eindeutig noch tiefer. Hier treten immernoch Funde auf. Der tiefste Punkt wird aber kaum unter vier Meter liegen, und damit ist das Ende absehbar. Abschließend werden wir hier dann das große Westprofil putzen und dokumentieren.

Im äußeren Graben geht es um die Überprüfung unseres bisherigen Bildes und die Verbreiterung der Materialbasis. Zu Michaels Unterstützung haben wir ihm Johanna Jasmin mitgegeben, die diesmal auch die Fotos von "tierischen" Grabungsbesuchern gemacht hat. Sehr vorsichtig hat sie gearbeitet, dabei sechs Scherben und einen Knochen gefunden.

Auch wenn es keine spektakulären Funde gab, war dies ein wunderschöner Grabungssonntag. Und ich bedauere sehr, dass ich nur noch an den Sonntagen Zeit für unser Projekt habe, während der Samstag inzwischen ein regulärer Arbeitstag in meinem Brotberuf geworden ist.

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