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Folge 9:
02. und 03. August
Nachdem das erste Grabungswochenende nach der
Sommerpause
(19./20.07.) ziemlich verregnet war, am zweiten Wochenende (26./27.)
dafür die Hitze fast unerträglich wurde, herrschten
an diesem
Wochenende optimale Wetterbedingungen. Der Samstag war geprägt
von
der Beseitigung von Regenschäden im Hauptschnitt einerseits,
vom
weiteren Abtrag der Deckschicht in der neuen Schnitterweiterung
Wall/West andererseits.
Am Sonntag ging es dann mit großem Team weiter. Angetreten
waren
Achim und Achim, Bärbel, Gabi, Gisela, Harald, Ingrid,
Michael,
Sabine, meine Tochter Johanna Jasmin, ich selbst und Chef Wolf-Dieter.
In
der Flächenerweiterung ist nun die Deckschicht weg, und es
kommt
zu ersten Funden. Achim Scheffler konnte eine große Scherbe,
scheinbar aus der Hals-Schulter-Partie eines Gefäßes
freilegen (Foto links - Fotos von Johanna Jasmin). Die Scherbe lag mit
der Innenseite nach oben. Zu gerne hätte ich gesehen, ob die
Außenseite verziert ist, aber die Scherbe erschien
brüchig,
zeigte mehrere Risse, weshalb wir sie ersteinmal trocknen
ließen,
und nicht aufnahmen.
Diese neue Fläche befindet sich nicht mehr auf dem Acker,
sondern
zwischen Büschen und Bäumen. der Baumbestand
dürfte gut
60 Jahre alt sein. Auf alten Luftbildern aus den 1930er Jahren stehen
Bäume nur auf dem Steilhang im Westen.
Die Durchwurzelung des
Bodens ist weniger problematisch als befürchtet.
Dennoch
mache ich mir Gedanken, was verschiedene Ausgrabungsvorhaben in
fernerer Zukunft angeht. Es gibt da mehrere Plätze, die wir
aufgrund bestimmter Fragestellungen gern irgendwann in den kommenden
Jahren angehen würden, die aber in altem Wald liegen. Hier in
Isingerode liegen dagegen alle weiteren Flächen, die uns
vorerst
interessieren, auf Ackerland.
Im großen Graben wurde natürlich auch
weitergearbeitet.
Nachdem ich das 2m90 Planum geputzt hatte, war ich doch recht
optimistisch, dass wir die Arbeiten hier bis Ende September
abschließen können. Im größeren
Teil der
Fläche wird nur noch ein zwanzig Zentimeterabtrag
nötig sein,
mit dem wir uns vergewissern wollen, dass wir hier den gewachsenen
Boden erreicht haben. Nur in einem etwa vier Meter breiten Streifen
geht es eindeutig noch tiefer. Hier treten immernoch Funde auf. Der
tiefste Punkt wird aber kaum unter vier Meter liegen, und damit ist das
Ende absehbar. Abschließend werden wir hier dann das
große
Westprofil putzen und dokumentieren.
Im äußeren Graben geht es um die
Überprüfung unseres bisherigen Bildes und die
Verbreiterung
der Materialbasis. Zu Michaels Unterstützung haben wir ihm
Johanna
Jasmin mitgegeben, die diesmal auch die Fotos von "tierischen"
Grabungsbesuchern gemacht hat. Sehr vorsichtig hat sie gearbeitet,
dabei sechs Scherben und einen Knochen gefunden.
Auch wenn es keine spektakulären Funde gab, war dies ein
wunderschöner Grabungssonntag. Und ich bedauere sehr, dass ich
nur
noch an den Sonntagen Zeit für unser Projekt habe,
während
der Samstag inzwischen ein regulärer Arbeitstag in meinem
Brotberuf geworden ist.
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