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Folge 7 |
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Lothars
kleines Grabungstagebuch 2008 |
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![]() "Piep, piep, piep! Wir wollen Regenwurm!" Eine besondere Entdeckung von Harald: In einem Brennnesselbusch auf der Schnittkante, 2m50 über dem Grund des großen Grabens. |
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Folge 7:
Das Wochenende 31.05. und 01.06.2008 Im Land, wo die Scherben aus dem Boden wachsen - und manchmal auch ganze Töpfe... Am Samstag waren wir gut besetzt: Achim,
Bärbel, Bernd,
Gabi, Heide, Michael, ich und der Chef: Acht eifrige "Helden
der
Vorgeschichtsforschung" - naja ;-D. Das wunderbare war an diesem Tag,
dass wir in jedem Abschnitt, in dem wir gearbeitet haben, gute Funde
machten. Und was im Zerstörungshorizont an der Wallinnenseite
so
aus der Erde wächst, versetzt uns nur noch in Begeisterung. |
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Beispiele
für Funde aus dem
äußeren Graben: |
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Im großen Graben sind wir gerade besonders aktiv in dem Bereich, den wir den "germanischen Graben" nennen. Dies ist ein etwa vier Meter breiter Streifen der bisher eine ganze Reihe von Funden geliefert hat, deren Merkmale auf die Zeit um Christi Geburt verweisen ("Großromstedter Horizont"). Derartige Scherben finden sich bisher nur in diesem Abschnitt, dafür aber gehäuft. Und da kamen auch wieder einige Dinge zum Vorschein, die man nur als typisch für die späte vorrömische Eisenzeit/frühe Kaiserzeit einordnen kann. |
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Beispiele
für Funde aus dem "germanischen" Graben: |
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Im Wallbereich ist die Schnittverbreiterung vorläufig abgeschlossen. Für eine zweite Erweiterung nach Westen, wo sich die Wallsubstanz mit bis zu 70cm mehr Mächtigkeit erhalten hat, liegt nun die Genehmigung vor. Diese Erweiterung wird geringfügig in das angrenzende Landschaftsschutzgebiet hineinragen, weshalb es einer zusätzlichen Genehmigung bedurfte. Wir versprechen uns hier weitere Aufschlüsse über den Aufbau der Befestigungslinie, die wir auf dem Feld nicht erzielen können. Diese Erweiterung werden wir vermutlich ab August angehen. |
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An der Innenseite
des
Walles
hatte Angelika bereits am vergangenen Wochenende in unserem
berüchtigten Zerstörungshorizont eine mehr als zur
Hälfte erhaltene Schale entdeckt (Foto links). Ein wirklich
schönes
Objekt! Achim putzte es am Samstag frei, und es konnte dann doch trotz
der erkennbaren Brüche geborgen werden, ohne dass es sich
weiter
zerlegte. |
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Am Samstagabend setzte sich der Chef an diese Sache. Und es zeigte sich bald, dass wir es hier mit einem annähernd vollständigen Gefäß zu tun hatten, einer Schale mit etwa 20cm Durchmesser, gut geglättete Ware, Verzierung senkrechter Riefengruppen auf dem merkwürdig senkrechten Bauch. Ein wunderschönes Stück. Die Begeisterung im Team war groß. Leider waren in der Schale deutliche Risse erkennbar. Durch einen war sogar eine freche Wurzel gewachsen. Das Gefäß wurde "Angelikas Sahneschale" getauft. |
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Bei der Bergung der Schale haben wir eine Methode ausprobiert, die Jörg Weber gerade bei den Schalenurnen auf dem Gräberfeld bei Rüningen einsetzt. (Was er da macht, hatte ich → hier mal angerissen, aber dazu werde ich demnächst malwieder was schreiben.) Die Schale wurde mehrmals eng mit einfacher Frischhaltefolie umwickelt, damit sie sich trotz der Risse beim Aufnehmen nicht in hundert Scherben zerlegt. Das hat übrigens hervorragend funktioniert. |
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Falls Jörg diese Seite liest: Lach nicht, dass wir uns über zwei Schalen so die Nase abfreuen, wo Du jeden Tag an die zehn aus der Erde holst. Unsere sind mehr als tausend Jahre älter. |
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Diese Funde haben für uns eine große
Bedeutung. Wir
haben
bisher fünf vollständige bzw. vollständig
rekonstruierbare Gefäße verschiedener Typen aus
definitiv
derselben Schicht auf einer Fläche von etwa vier
Quadratmetern.
Vielleicht werden es noch mehr. Diese dürfen wir als
"geschlossenen Fund" betrachten. Sie repräsentieren damit
einen
Teil der Keramik, die hier zu einem ganz
bestimmten Zeitpunkt
in Gebrauch war, zu dem Zeitpunkt nämlich, als die Befestigung
in
einer Brandkatastrophe zusammenbracht. Für diese bekommen
wir noch wahrscheinlich eine (oder mehrere verschiedene)
naturwissenschaftliche Datierung. Das setzt einen guten Bezugspunkt
für die Chronologie - nicht nur an diesem Fundplatz. Nicht vergessen: Tag
der offenen Ausgrabung am 22. Juni 2008
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