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- Einleitende Bemerkungen -
Im 13. Jahrhundert vor Christus wurde das
nördliche Harzvorland von weitreichenden gesellschaftlichen
und kulturellen Veränderungen erfasst. Am deutlichsten
erkennbar sind diese am Wandel religiöser Vorstellungen, der
uns durch die Verbreitung der Sitte der Feuerbestattung entgegentritt,
sowie durch eine veränderte Siedlungsweise. Lebten die
Menschen vorher nur in Kleinstsiedlungen von wenigen Hofstellen
zusammen, so entstanden nun an verschiedenen Knotenpunkten von
Fernhandelsrouten größere, mit Wällen und
Gräben befestigte Siedlungen mit mehreren hundert, vielleicht
in einigen Fällen auch über tausend Einwohnern. Diese
Siedlungen waren Sitz einer regionalen Elite, die sich vermutlich
über ihr Kriegertum und ihre weitreichenden
(Handels-)Beziehungen definierte. Hier konzentrierte sich auch
spezialisiertes Handwerk wie die Bronzeverarbeitung,
gewissermaßen die Spitzentechnologie jener Zeit.
Die Entwicklung der folgenden Epoche, die wir die "jüngere
Bronzezeit" nennen ( →
Tabelle mit chronologischen
Begriffen), verlief nicht ohne Krisen und Brüche.
Zerstörungshorizonte in den befestigten Siedlungen weisen auch
auf kriegerische Auseinandersetzungen hin. Ab dem 8.
Jahrhundert vor Christus kommt es, wahrscheinlich im Zusammenhang mit
der Verbreitung der Eisentechnologie, erneut zu tiefgreifenden
Veränderungen in der Gesellschaft.
Um weitergehende Kenntnisse über die Strukturen und
Entwicklungen in der jüngeren Bronzezeit und bis in die
beginnende Eisenzeit zu gewinnen, werden seit 2006 die Spuren einer
befestigten Siedlung dieser Epoche bei dem heutigen Ort Isingerode
archäologisch untersucht. Isingerode liegt ca. 30 km
südlich von Braunschweig, zwischen Schladen und Hornburg.
Die wissenschaftliche Leitung des Ausgrabungsprojektes sowie die
Grabungsleitung hat Wolf-Dieter Steinmetz, Archäologe des
Braunschweigischen Landesmuseums. Unterstützt wird er von den
"Freunden der Archäologie im Braunschweiger Land e.V." ( →
FABL Webseite). Sie stellen die ehrenamtlich tätige
Grabungsmannschaft und finanzieren das Projekt. Einige Mitglieder
verfügen über mehr als zehn Jahre Erfahrung als
Grabungshelfer (z.B. Hubertus, Gabi), es stoßen aber auch
immer wieder neue Freunde zu uns. So haben im vergangenen
Jahr Achim und Achim, Lisa, Martina und Uwe unser Team
bedeutend
verstärkt. Ich selbst bin seit 2005 beim Ausgrabungsteam der
"Freunde der Archäologie".
Über den Fortgang der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
möchte ich an dieser Stelle so wie in den vergangenen Jahren
weiterhin berichten. Dabei sei eingeräumt: Ich bin kein
ausgebildeter Ur- und Frühgeschichtler. Mein
Verständnis der Ausgrabungstechnik und der Ur- und
Frühgeschichte ist angelernt und angelesen. Die hier
wiedergegebenen Interpretationen von Befunden und Datierungen von
Funden basieren meist auf der vorläufigen
Einschätzung durch den Grabungsleiter nach dem ersten
Augenschein vor Ort - soweit
ich ihn jeweils richtig verstanden habe. Für
Hinweise auf Fehler bin ich jederzeit dankbar!
→
weiter zum ersten Grabungswochenende 2008
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