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Lothars kleines Grabungstagebuch 2008
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode

- Einleitende Bemerkungen -

Im 13. Jahrhundert vor Christus wurde das nördliche Harzvorland von weitreichenden gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen erfasst. Am deutlichsten erkennbar sind diese am Wandel religiöser Vorstellungen, der uns durch die Verbreitung der Sitte der Feuerbestattung entgegentritt, sowie durch eine veränderte Siedlungsweise. Lebten die Menschen vorher nur in Kleinstsiedlungen von wenigen Hofstellen zusammen, so entstanden nun an verschiedenen Knotenpunkten von Fernhandelsrouten größere, mit Wällen und Gräben befestigte Siedlungen mit mehreren hundert, vielleicht in einigen Fällen auch über tausend Einwohnern. Diese Siedlungen waren Sitz einer regionalen Elite, die sich vermutlich über ihr Kriegertum und ihre weitreichenden (Handels-)Beziehungen definierte. Hier konzentrierte sich auch spezialisiertes Handwerk wie die Bronzeverarbeitung, gewissermaßen die Spitzentechnologie jener Zeit.
Die Entwicklung der folgenden Epoche, die wir die "jüngere Bronzezeit" nennen ( → Tabelle mit chronologischen Begriffen), verlief nicht ohne Krisen und Brüche. Zerstörungshorizonte in den befestigten Siedlungen weisen auch auf kriegerische Auseinandersetzungen hin.  Ab dem 8. Jahrhundert vor Christus kommt es, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Verbreitung der Eisentechnologie, erneut zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft.
Um weitergehende Kenntnisse über die Strukturen und Entwicklungen in der jüngeren Bronzezeit und bis in die beginnende Eisenzeit zu gewinnen, werden seit 2006 die Spuren einer befestigten Siedlung dieser Epoche bei dem heutigen Ort Isingerode archäologisch untersucht. Isingerode liegt ca. 30 km südlich von Braunschweig, zwischen Schladen und Hornburg.
Die wissenschaftliche Leitung des Ausgrabungsprojektes sowie die Grabungsleitung hat Wolf-Dieter Steinmetz, Archäologe des Braunschweigischen Landesmuseums. Unterstützt wird er von den "Freunden der Archäologie im Braunschweiger Land e.V." ( → FABL Webseite). Sie stellen die ehrenamtlich tätige Grabungsmannschaft und finanzieren das Projekt. Einige Mitglieder verfügen über mehr als zehn Jahre Erfahrung als Grabungshelfer (z.B. Hubertus, Gabi), es stoßen aber auch immer wieder neue Freunde zu uns. So haben im vergangenen Jahr Achim und Achim, Lisa, Martina und Uwe unser Team bedeutend verstärkt. Ich selbst bin seit 2005 beim Ausgrabungsteam der "Freunde der Archäologie". 
Über den Fortgang der Ausgrabung am Burgwall Isingerode möchte ich an dieser Stelle so wie in den vergangenen Jahren weiterhin berichten. Dabei sei eingeräumt: Ich bin kein ausgebildeter Ur- und Frühgeschichtler. Mein Verständnis der Ausgrabungstechnik und der Ur- und Frühgeschichte ist angelernt und angelesen. Die hier wiedergegebenen Interpretationen von Befunden und Datierungen von Funden basieren meist auf der vorläufigen Einschätzung durch den Grabungsleiter nach dem ersten Augenschein vor Ort - soweit ich ihn jeweils richtig verstanden habe. Für Hinweise auf Fehler bin ich jederzeit dankbar!

→ weiter zum ersten Grabungswochenende 2008

 

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