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Nördlich
von Braunschweig,
gewissermaßen vor meiner Haustür, liegt der
Landkreis Gifhorn. Es ist ein plattes Land, dass zu spontanen Radtouren
einlädt - auch weil meine Ehefrau aus diesem 'benachbarten
Ausland' stammt. Wo aber liegen die spannenden vorgeschichtlichen
Plätze des Gifhorner Landes? Sollte es nicht dort, wie wenig
weiter nordwestlich, nördlich und östlich von
Großsteingräbern nur so wimmeln? Leider nicht.
Sprockhoffs Atlas der Megalithgräber zeigt für den
Landkreis Gifhorn einen weißen Fleck. Auch sonst nirgends in
der älteren Literatur eine Spur. Warum? War das Land in der
Jungsteinzeit zu siedlungsungünstig? Oder liegt
es daran, das in der Vergangenheit die Forschung
diesen
Landstrich
vernachlässigt hat? Die
Nachrichten über vorgeschichtliche Plätze, besonders
jenseits der Zeitenwende, sind überaus dünn.
Vielleicht hat das die Ursache darin, dass Gifhorn lange Zeit
verwaltungstechnisch zu Hannover gehörte, Hannover aber ist
weit weg und beschäftigte sich mit Naheliegenderem - wer
weiß... |
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Das
Großsteingrab von Rethen |
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Ende 1995 kamen dem Landwirt Herrn Bosse aus Rethen beim Tiefpflügen zwei Findlinge in die Quere. Dies erschien überaus verdächtig. Die zuständigen Stellen wurden benachrichtigt und eine archäologische Untersuchung eingeleitet. Bei der Ausgrabung kamen noch weitere Findlinge zu Tage und die Befunde legen nahe, dass es sich hierbei um die Reste eines bereits vor langer Zeit zerstörten Großsteingrabes handelt. Das wäre dann das erste bekannte im Landkreis Gifhorn. Leider war keine Keramik zu finden. Die doch recht magere Ausbeute der Grabung macht eine Interpretation schwierig. Die ehemalige Gestalt der Anlage läßt sich kaum erahnen. Ohne datierbare Keramik läßt sich die Steinsetzung auch nicht einer bestimmten Kultur oder Zeit zuordnen. Ganz vorsichtig nur darf man also die Vermutung äußern, dass es sich hier um |
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ein Ganggrab der Trichterbecherkultur aus der zweiten
Hälfte des 4. Jahrtausends handelt. Genauso gut
könnte es
aber auch ein sogenanntes Steinkistengrab gewesen sein. Das
wäre
eine ziemlich andere Bauform, eine andere vorgeschichtliche Kultur,
allerdings grob die gleiche Zeitstellung und eine ähnliche
Grundidee. Vielleicht kommt es ja in
Zukunft in der näheren oder weiteren Umgebung zu Funden, die
helfen, die Anlage einzuordnen. Bisher steht sie doch recht isoliert da. |
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deutlich besserem
Erhaltungszustand
entdeckt werden, die vorher weder im Gelände erkennbar, noch
aus
älterer Überlieferung bekannt waren. Im Bereich der
Bezirksarchäologie Weser-Ems waren dies zwischen
1989 und 1999
allein vier Stück (vgl. ECKERT 2004). Und auch in unserer
Region
war z.B. bei Groß Steinum bis in die
50er Jahre nichts mehr
von irgendwelchen Großsteingräbern zu
sehen. Auf also,
muntere Gifhorner, wackere Landwirte und tatkräftige
Bauherren!
Haltet die Augen offen! Findet weitere Reste von jungsteinzeitlicher
Architektur! |
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