![]() - persönliche Erlebnisberichte von der Ausgrabung am vorgeschichtlichen Burgwall bei Isingerode - |
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Folge 6: Ende der 6. Ausgrabungskampagne (2011) in Isingerode Oktoberstimmung: Novemberstimmung: Der 06. November war der fünfzigste - und zugleich der letzte Grabungstag der diesjährigen Kampagne. Nach dem sonnigen Oktober mit besten Grabungsbedingungen hat nun tatsächlich der Herbst eingesetzt. Am letzten Grabungstag lag dichter Nebel über der Landschaft - und im Verlauf des Tages wurde er sogar noch dichter. In diesem Jahr habe ich ja relativ selten aus Isingerode berichtet. Dafür gibt es jetzt nach längerer Zeit malwieder eine Übersichtsgrafik des Schnittes. Die einzelnen Befunde habe ich nicht für diese Grafik exakt eingemessen, aber zur Veranschaulichung reicht es sicher. Wie immer gilt: Die exakte Dokumentation hat der Grabungsleiter. Es war auch so einiges an Arbeit, die Grafik zusammenzubasteln... Der Stand ist der vom letzten Grabungstag - morgens. Wenn man auf die Grafik klickt, gibtb es sie in noch besserer Auflösung. Verwirrend?
Ich hoffe,
nicht allzu sehr. Orange gefärbte Flächen zeigen an,
dass der
"gewachsene" (d.h. durch Menschen unbeeinflusste =
archäologisch
tote Boden) erreicht ist. Wie man unschwer erkennt, ist das noch lange
nicht überall der Fall. Umgekehrt gedacht: Alles, was nicht
orange
ist, wartet noch mit Arbeit fürs kommende Jahr auf uns.
Tiefenangaben beziehen sich auf die heutige Oberfläche. Da das
Gelände von Südost nach Nordwest stark
abfällt,
täuschen die Angaben vielleicht darüber hinweg, dass
der
gewachsene Boden bei N 75 E 10 (rechts unten) nivelliert
bei etwa gleicher Tiefe ansteht, wie bei N75 W3 (rechts oben) oder bei
N60 W3 (links Mitte). Nummer 1: Wie schon in der letzten Folge beschrieben,
können wir im eigendlichen Innenraum der Befestigungsanlage
als Spuren früherer Bebauung bisher kaum
Pfostenlöcher feststellen. Statt dassen haben wir es mit
linearen Strukturen zu tun, die in den gewachsenen Boden eingetieft
sind. Diese sind eindeutig künstlichen Ursprungs, denn die
helle lehmige Verfüllung enthält (wenn auch nur
wenig) Keramik. Im Nordosten des Schnittes (also rechts unten auf dem
Plan) ist nun eine weitere solche Struktur sichtbar geworden. Leider
müssen wir nun bis nächstes Jahr warten, um zu sehen,
wie sich das weiter entwickelt.
Ja. Unser berüchtigter Duckstein in der Mulde. Eigentlich wollten wir ihn am Ende der Kampagne bergen. Vorher aber sollte die Mulde links und rechts des Steines bis auf den gewachsenen Boden abgetieft werden, um eine gute Profilansicht zu gewinnen. Dabei stellte sich heraus, dass der Stein keineswegs auf dem Grund der Mulde liegt. Vielmehr liegt er auf mindestens 30 cm Muldenverfüllung. In der Muldenverfüllung ist recht gut eine Schichtung zu erkennen. Und in der Schicht unter dem Stein tritt nun wieder Keramik auf, die in die Frühphase der Befestigung gehört. Wir haben es nicht mehr geschafft, den Grund der Mulde zu erreichen. Und das bedeutet, wenn diese Mulde in den südwestlich und nordöstlich angrenzenden Flächen etwa die gleiche Tiefe hat: Es wartet hier noch viel Arbeit. Besondere
Funde: Funde? Ja, daran war - wie immer - kein Mangel.
Große
Mengen Keramikbruch. Jede Menge
größtenteils schlecht erhaltener Tierknochen. Bei
vielen war
eine Bergung unmöglich. Bei einigen
Stücken hat
sich Restaurator Sven bemüht, zu retten, was zu retten ist.
Das
ist eine sehr arbeitsaufwändige Angelegenheitt.
Grüße an alle, die uns dieses Jahr wieder unterstützt haben - vom "Team der letzten Stunde 2011"! Ausblick: In einem Vortrag vor der Jahreshauptversammlung der
"Freunde der Archäologie" im kommenden Februar wird unser
Grabungsleiter Wolf-Dieter Steinmetz besondere Funde aus Isingerode
vorstellen. Mehr und besser als ich das auf diesen Seiten getan habe.
Und danach können wir vielleicht schon im März
motiviert in die neue Kampagne 2012 gehen! |
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