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Ankündigung: Für
die kommenden Wochenenden herrscht in Isingerode Grabungspause. |
![]() -
persönliche Erlebnisberichte von der Ausgrabung am
vorgeschichtlichen Burgwall bei Isingerode - |
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Da unsere
Grabung in eine längere Pause geht,
folgt hier ein etwas längerer Bericht. Am Samstag den 14.08. herrschten optimale Boden- und Wetterbedingungen. Am Sonntag den 15. regnete es den ganzen Tag. Das mit elf Helfern und Chef gut besetzte Team ließ sich dadurch aber weder von der Arbeit abhalten, noch die gute Laune verderben.
Mittagspause im Regen. Foto: Bärbel Der folgende Samstag (21.) blieb bei hevorragenden
Bedingungen trocken, so dass alle Vorbereitungen für die am
Sonntag erwarteten Besucher getroffen werden konnten. Erkenntnisfortschritt ↓überspringen
Klein die schematische Grafik aus dem Mai, &groß eine aktualisierte Version. No. 1: Die Brandschicht zieht sich herunter bis auf die
teilweise von ihr überdeckte Kulturschicht No.3.
Durch das erneute Putzen des diagonalen Nordostprofils wurde auch der Wallaufbau wieder gut erkennbar. Für mich überraschend war dabei die Entdeckung eines in den gewachsenen Boden eingetieften Pfostenloches, dass aber den Lehmsockel, der die Basis einer frühen bzw. der ältesten Wallbauphase bildet, nicht durchstößt (nicht auf dem Foto oben). Dies unterstützt erneut die Interpretation, dass es sich bei dem Lehmsockel um eine künstliche Struktur, und nicht etwa um den einzig unter dem Wall erhaltenen Rest einer ehemals die Hochfläche bedeckenden, in der Pflugschicht aufgegangenen Lößdecke handelt.
No. 2 und 5.: Nach dem Abtrag 100cm unter Oberfläche im Quadranten 70-75N/5-10E scheint unter der ominösen Kiesschicht erneut eine antropogen beeinflusste Schicht zu folgen. Dies führt uns zu der vorläufigen Interpretation, dass hier in der Bauphase zu Brandschicht 2 tatsächlich eine Unterbrechung des Walles, sprich eine Torsituation bestand. No. 3: Die dunkel-humosige, stark mit Keramikbruch (siehe auch den “Fund des Tages” unten) durchsetzte Kulturschicht zieht sich parallel zum Wall. Es handelt sich nicht um eine Anzahl mehrerer Gruben, sondern um eine geschlossene Schicht. Sie erreicht eine Mächtigkeit von bis zu vierzig Zentimetern und dürfte entsprechend über einen längeren Zeitraum entstanden sein. Nach Durchsicht charakteristischer Kleinfunde durch den Grabungsleiter datiert ihre Entstehung in die Zeit bis maximal zum Einsetzen der horizontal gerieften Ware, grob bis ins 10. Jahrhundert vor Christus. Da ich an den vergangenen Wochenenden malwieder mit Profilputzarbeiten beschäftigt war, nämlich am diagonalen Nordostprofil, gehen mir eine Reihe von stratigrafischen Detailfragen durch den Kopf, mit denen ich hier nicht langweilen möchte. Letztendlich beantwortet aber nur eine detailierte Analyse der Stratigraphie die Frage, was hier in welcher Reihenfolge passiert ist, und welche Strukturen sicher, welche wahrscheinlich gleichzeitig bestanden. Sprich: Man muss mal eine Harris-Matrix anfertigen. Das Problem dabei wird die Definition stratigraphischer Einheiten sein. Wenn ich “putze”, geht es mir nicht darum, einfach eine glatte Fläche zu erzeugen, sondern Materialunterschiede im Boden, Strukturen sichtbar zu machen. Dennoch gibt es nicht immer scharfe Schichtgrenzen, sondern vielfach unscharfe Übergänge. No 7: Das Wandgräbchen setzt sich definitiv in der Schnitterweiterung West fort. Pfostensetzungen sind hier aber bisher nicht erkennbar.
Zwischenbilanz: Fund des Tages vom 15. August 2010:
Am 21. und 22. August war wieder einmal Dr. Thomas Schenk mit Eqipment bei uns in Isingerode. Den Samstag verbrachte er damit, mit einem hochpräzisen GPS Empfänger Daten für die Erstellung eines dreidimensionalen Geländemodells aufzunehmen. Nebenbei: Eine sportliche Ausdauerleistung. Das Gerät ist schwer, und ich möchte nicht ausrechnen, welche Strecke Thomas von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Bahn für Bahn den Acker abschreitend zurückgelegt hat. (Dreißig, vierzig Kilometer?)
Am Sonntag wurde in dem erprobten Verfahren mit dem
Messwagen die geophysikalische Prospektion des Umfeldes fortgesetzt.
Mit den bisherigen Magnetbildern war keine Grenze des
befundverdächtigen Areals (der mutmaßlichen
Außensiedlung) erreicht. Entsprechend wurden
anschließende Flächen nach Osten und Norden
prospektiert. Michael und ich verbrachten annähernd den ganzen
Sonntag als Messhelfer mit Thomas auf dem Acker, weshalb wir wenig
davon mitbekamen, was sich am Schnitt abspielte. Eindrücke von der (zweiten) Führung am 22.08.:
Wolf-Dieter Steinmetz erläutert die Befunde.
Präsentation von aussagekräftigen Kleinfunden der diesjährigen Kampagne: Keramik, Knochen, Flint, Bronze. Nach grober Zählung bei den Führungen schätzen wir die Anzahl der Besucher an diesem Tag auf etwa 150. Da wir in diesem Jahr aufgrund des Arbeitsstandes keinen großangelegten "Tag der offenen Ausgrabung" veranstalten wollten und entsprechend den Aufwand an Vorbereitung und Werbung für die Veranstaltung in Grenzen hielten, sind wir mit dieser Zahl sehr zufrieden. Unter den Besuchern waren auch einige Fachleute, so die Archäologen Christine Kellner-Depner, Dr. Heike Pöppelmann und Jörg Weber, aus dem Umfeld unseres Grabungsprojektes Prof. Wolfgang Meibeyer sowie die Geophysiker Christopher Virgil und Matthias Petzke. Es hat mich besonders gefreut, einige "Freunde der Archäologie" wiederzusehen, die nicht oder nicht mehr zum aktiven Ausgrabungsteam gehören, auch wenn ich wenig Zeit für Gespräche hatte, weil wir draußen auf dem Acker abseits der Besucher die geophysikalische Prospektion vorantreiben wollten.
"Fier Frauen Für FABL" |
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