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MYTHOS UND LOGOS
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Literaturliste
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Es ist heissssssss!
Temperaturen um 35 Grad im Schatten - wo Schatten ist.
Da
müssen Sonnenschirme aufgespannt werden. Ab mittags spendet
der
nahe Wald zumindest für einen Teil der Fläche
Schatten. Der
Boden ist fast überall knüppelhart. Mein
persönlicher
Flüssigkeitsverbrauch am Samstag: Viereinhalb Liter Wasser und
ein
Bier. Es ist, als ob der Hochsommer die doch eher kühle erste
Jahreshälfte wettmachen wollte.

Am Sonntag nahmen zumindest ein paar Wolken der Sonne
etwas
von ihrer Energie. Obwohl vom Harz her Donnergrollen erklang, blieb
das Gewitter und der sehnlichst erhoffte Regen in Isingerode
aus.
Das Team war mit sechs Helfern am Samstag und neun Helfern am Sonntag
(plus Chef) trotz der unkomfortablen Bedingungen gut besetzt.
Erwähnt werden soll auch, dass in der vorherigen Woche auf der
Ausgrabung eine Kinderferienpassaktion stattfand. Unter der Aufsicht
von zwei grabungserfahrenen Fachstudenten konnten hier Kinder einen
praktischen Einblick in die archäologische Arbeit gewinnen.
Soweit
ich gehört habe, zeigten die Kinder großen Einsatz
und haben
ihre Sache gut gemacht.
Werfen wir einen Blick auf die ansehnliche "Ausbeute" des Wochenendes -
Funde und Beobachtungen. Zur Orientierung gibt es vorweg einen
Übersichtsplan, in dem sieben interessante Stellen markiert
sind,
auf die ich eingehen möchte.
(Für
die Fotos gilt: Sie sind doppelt so groß hinterlegt, wie sie
angezeigt werden. Mit dem der rechten Maustaste und der Funktion
"Grafik anzeigen" - oder ähnlich je nach Browser - kann man
sie
entsprechend größer ansehen.)
In der Schnitterweiterung haben wir mit etwa 90-100cm unter
Oberfläche eine Tiefe erreicht, in der wir auf die bekannte
Kulturschicht stoßen sollten. Und das scheint auch der Fall
zu
sein. Gisela und Angelika konnten hier auf engem Raum eine
große Anzahl von zum Teil dicht an dicht liegenden Scherben
freilegen. Fraglich ist nur, ob sie schon jener Kulturschicht
zuzurechnen sind, oder aber noch dem darüberliegenden
Brandschutt,
der gerade in diesem Bereich ausläuft. Da sehen wir klarer,
wenn Planum und Profil geputzt sind.

Links: (Nummer 1) Mehrere
große
Scherben, darunter der in einem Stück
erhaltene, ca. 20
cm durchmessende Boden eines Gefäßes.
Mitte: (Nummer 2) Angelika legt eine Fläche frei, die dicht an
dicht, leider zum großen Teil stark fragmentierte Keramik
enthält. Möglicherweise handelt es sich um die
Überreste
von nur einem, maximal zwei Gefäßen, die hier
regelrecht
plattgewalzt wurden.
Rechts: Nach der fotografischen Dokumentation des Befundes werden die
Einzelteile aufgenommen. Bei dem vorliegenden Befund war eine
Blockbergung nicht angezeigt.

Einige der
größeren Stücke aus der
Scherbenkonzentration (Nummer 2) waren verziert.
Links: Eine Scherbe mit dem Ansatz schräger
Kannelurenverzierung.
Mitte: Bogenförmige Verzierung: Nach Einschätzung des
Grabungsleiters könnte sich hier ein Datierungsansatz nach
Periode
IV ergeben, also in die ältere Befestigungsphase von
Isingerode.
Rechts: Ebenfalls mit senkrechten bzw. leicht schrägen
Kanneluren
verzierte Scherben, gefunden bei der Ferienpassaktion nur etwa einen
Meter entfernt von Angelikas Fundstelle.
Zwei weitere Scherbenkonzentrationen (Nummer 3 und 4 im
Übersichtsplan) legte Bärbel in Quadrant 65-70N/0-5E-
frei.
Diese sind definitiv der in den benachbarten Quadranten
festgestellten Kulturschicht zuzuordnen. Bei Nummer drei fanden sich
außerdem mehrere, leider sehr schlecht erhaltene
größere Knochen. Ebenso kann auch hier wieder ein
Steinpflaster bzw. eine Steinlage festgestellt werden.

Links: (Nummer 3)
Einzelne Steine des
noch nicht vollständig freigelegten Steinpflasters ragen aus
dem
Boden, dazwischen Knochen und Scherben.
Mitte: Die Scherben stammen von mehreren verschiedenen
Gefäßen, was an Randscherben sehr unterschiedlicher
Gestaltung erkennbar war. Hier ein Exemplar mit einer besonderen
Verzierung. Vergleichbares ist mir bisher nicht aufgefallen.
Vielleicht findet der Grabungsleiter dazu Parallelen, die einen
weiteren Datierungsansatz liefern.
Rechts: (Nummer 4) Dickwandige Scherben eines grobkeramischen
Gefäßes.
Auch an anderen Stellen wurde natürlich wieder
unterschiedlichster Keramikbruch gefunden, diese vier aber gingen
über das Übliche hinaus. Bei den folgenden drei
Stellen geht
es nicht um Keramik:

Links: (Nummer 5)
Nachgeliefert hier
ein Bild von der Lage der für die Verhältnisse in
Isingerode
ungewöhnlich großen Steine, die ich in der letzten
Folge
erwähnte.
Mitte: (Nummer 6) Was ist das? Ein "weißer Brocken" aus
porösem Material. Bei den derzeitigen
Bodenverhältnissen
sieht Knochen hellweiß aus, während in
einigermaßen feuchtem Boden Knochen eine eher gelbliche Farbe
hat. Unter besseren Bedingungen werden wir das mal gaaaanz vorsichtig
freilegen. Vielleicht ist es auch bedeutungslos, aber falls es sich um
Knochen handelt, muss es ein größeres Teil -
Schädel,
Schulterblatt, Becken o.ä. - eines großen Tieres
handeln.
Rechts: (Nummer 7 ) Bei Begradigungsarbeiten am Westprofil (ernsthaft
"putzen" kann man es erst, wenn es wieder feucht ist) kam der unterhalb
der Bildmitte sichtbare, außergewöhnlich
große Stein
zum Vorschein. Die Unterseite des Steines ist flach. Hierbei
könnte es sich um einen Mahlstein handeln. Er liegt im oberen
Bereich der Kulturschicht. Genaueres, und wie groß der Stein
tatsächlich ist, werden wir allerdings erst erfahren, wenn
irgendwann die Profilwand abgebaut wird.
Es darf gerne so weitergehen in Isingerode. ES DARF
GERNE DEMNÄCHST REGNEN!
Eine Anekdote zum Schluss: Neulich beim Bäcker in Braunschweig
-
zufällig trug ich mein Grabungsshirt. Die
Bäckereiverkäuferin starrte mir merkwürdig
auf die
Brust. "Wissen Sie, ich wollte nur lesen, was da steht. Es gibt
nämlich ein Dorf südlich von Wolfenbüttel,
zwischen
Schladen und Hornburg, falls sie das kennen. Das heißt auch
"Isingerode", und da bin ich aufgewachsen." Tja. Ich erklärte
ihr,
dass ich auf einem Acker bei genau diesem Dorf seit 2006 einen
Großteil meiner Wochenenden verbringe. Und ich hoffe, das
wird
noch einige Zeit so bleiben.
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