![]() -
persönliche Erlebnisberichte von der Ausgrabung am
vorgeschichtlichen Burgwall bei Isingerode - |
||
|
←
zurück
zur Hauptseite _______________________ _______________________ _______________________ |
Vier Jahre Ausgrabung in Isingerode
Foto: Bärbel Steinmetz
So schnell vergeht die Zeit. Und die Kinder werden groß. In der ersten Folge meines kleinen Grabungstagebuches von 2006 gibt es ein Foto von meiner großen Tochter Johanna Jasmin. Das ist vier Jahre her. Damals war nicht abzusehen, dass wir uns so lange in Isingerode aufhalten würden. Inzwischen wissen wir, wie hochkarätig dieser Fundplatz ist. Wenn das Team zusammenhält und wir die jeweils nötigen Genehmigungen für weitere Untersuchungen bekommen, gibt es hier noch für längere Zeit genug für uns zu tun. (Und natürlich gibt es in meinem Kopf eine Wunschliste für weitere Grabungsflächen bzw. Sondierungsschnitte sowohl im Inneren der Befestigung, als auch weit draußen in der mutmaßlichen Außensiedlung.)
Keramik in der Kulturschicht ca. 1 m 10 unter heutiger Oberfläche / Quadrant 70-75N/0-5E. Links: Übersicht mit Maßstab, rechts: Detail. Foto: Bärbel Steinmetz Nimmt man die Keramikfunde der vergangenen Grabungstage
aus
dem Umfeld dazu, sollte sich doch etwas zusammensetzen lassen, dass uns
einen Datierungsansatz liefert. Ungewöhnlich sind die
Randscherben, die zu einem scheinbar dreigliedrigen
Gefäß
mit breitem, annähernd waagerechten Rand gehören.
Vergleichbares ist mir hier in Isingerode bisher nicht begegnet. Und
wenn ich so - als Laie - in meiner kleinen Handbibliothek nach
ähnlichen Formen blättere, sieht das sehr
dünn aus. Es
könnte sich entweder um sehr frühe Formen (HaA oder
älter) oder sehr, sehr späte - nicht mehr
bronzezeitliche -
handeln. Noch haben wir keine durchgehenden Profile, aber es sieht doch
mehr und mehr danach aus, dass diese dunkle Kulturschicht
stratigraphisch unter
dem Brandschutt des Walles liegt. Damit ist "früh"
wahrscheinlicher. Am Sonntag hat sich Matthias Petzke vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der TUBS bei uns umgesehen. Die Pläne für die geophysikalische Prospektion im Waldstreifen nehmen langsam Gestalt an. Mit unserem Grabungsleiter Wolf-Dieter Steinmetz, unserem Vermessungsexperten Bernd Maul und Prof. Dr. Joachim Block wurde das Terrain erkundet. Diskutiert wurden die Möglichkeiten, ein geeignetes Messraster aufzubauen. Es bleibt noch zu testen, ob ein GPS-gestütztes Vermessungssystem im Wald mit hinreichender Genauigkeit funktioniert. Das wäre natürlich sehr bequem. |
|
|
|
||