![]() - persönliche Erlebnisberichte von der Ausgrabung am vorgeschichtlichen Burgwall bei Isingerode - |
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Foto: Bärbel Steinmetz Folge 6: Pfingsten Wichtige
Meldung: Am 5. und 6. Juni wird regulär weiter gegraben. Arbeitsbedingungen: Am Samstag war das Wetter trüb, am Sonntag so sonnig, dass sich die meisten Teammitglieder einen Sonnenbrand zugezogen haben. Für Pfingstmontag war Regen vorhergesagt. Morgens regnete es zwar in Strömen, bei Grabungsbeginn (um zehn Uhr) schien aber die Sonne. Am späten Mittag kam ein heftiges, aber kurzes Gewitter über uns. Die Grabungsbedingungen waren damit insgesamt gut, sieht man davon ab, dass nach dem Montagsgewitter ein Teil der Flächen sehr klebrig wurde. Das Team war in wechselnder Besetzung zwischen acht und zehn stark. Zu den Arbeitsbedingungen im weiteren Sinn gehört auch die Verpflegung. Am Samstag wurde gegrillt, am Sonntag gab es ein von Archäologiefreundin Gabi großartig vorbereitetes Sushi. Ich bin normalerweise kein Fan von fernöstlichem Krams (in jeder Beziehung), aber dieses Sushi sah einfach sehr lecker aus und mir schmeckte es besser als in einem japanischen Restaurant in Braunschweig, in das mich mal ein paar Freunde gezerrt hatten. Richtig gut!
Befunde: Die folgenden Absätze sind soetwas wie ein "Selbstgespräch" über Details bzw. offene Fragen der Befundsituation. Vielleicht ist das eher unverständlich und der eine oder andere Leser möchte das lieber → → überspringen .
Blick auf das Westprofil 55-60N im alten Schnitt.
Blick von Südost auf die Profile im alten Schnitt, an die die neue Ausgrabungsfläche anschließt. Nummer 3: Etwa 90 cm unter heutiger Oberfläche setzt hier eine sehr dunkle, lehmige, fundreiche Schicht ein. Darin liegen auch auffällig viele größere Steine. ("Größer" meint hier: Etwa faustgroß.) Es ist noch nicht ganz sicher, ob es sich dabei um eine "Siedlungsschicht" oder um mehrere Gruben handelt. Das wird sich ergeben, wenn bei Nummer 4 die entsprechende Tiefe erreicht ist. Vermutlich gibt es dann eine Verbindung zwischen 3a und 3b. In den beiden Ecken des alten Schnittes, die hier mit 3c und 3d markiert sind, war ein Materialwechsel im Boden zu beobachten, der mit dem Einsetzen dieser Schicht zu tun haben könnte. Es sieht auch so aus, als ob die mutmaßliche Siedlungsschicht teilweise vom Brandschutt von B1 überdeckt wird. Dafür gibt es zwei Fragezeichen: Wie genau ist die (dreidimensionale) Ausdehnung dieser Schicht und wie ist das stratigrafische Verhältnis zu den Schichten im Wallsockel?
(60-67N) Die blaue Leine ist die 65 Meter Linie. Im Hintergrund das Westprofil. Rechts der Leine in dem Winkel der dunkle, lehmige Boden, mutmaßliche Siedlungsschicht (in der Skizze 3b), nach links ein allmählicher, unscharfer Übergang zu dem fleckigen Brandschutt aus Holzkohle, rot gebrannter Erde und heller Asche. Nummer 5: Noch ein Fragezeichen. Beim Abtrag
auf 70 cm
unter heutiger Oberfläche wird hier gelber Kies angekratzt.
Der
gehört hier überhaupt nicht hin! Das Material
ähnelt
einerseits dem gewachsenen Boden, den wir hier aber erst in 1 m 40
Tiefe erwarten, andererseits ist solches Material beim Wallbau
verwendet worden, in einer Bauphase vor der Brandkatastrophe "B2". Das
dürfte aber, wenn man die alten Wallprofile
verlängert, erst
sieben Meter weiter östlich auftreten. Allüberall Keramikbruch. Hier einige Beispiele aus dem Quadranten 70-75N/5-10E. Ohne erkennbaren Befundzusammenhang, Abtrag 70 cm unter heutiger Oberfläche (siehe oben Nummer 6).
Geplante Prospektion: Unser bisheriger Ausgrabungsschnitt liegt auf der
landwirtschaftlich genutzten Fläche entlang eines
Waldstreifens,
der als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Die
Grundeigentümer, Familie Meyer aus Hornburg, gestatten uns
dankenswerter Weise, unsere Ausgrabungen am Rand der
Wirtschaftsfläche durchzuführen. Der
größere Teil
der Innenfläche der Befestingungsanlage aber liegt eben in dem
Waldstreifen, also in Landschaftsschutzgebiet. Das Zentrum der
Befestigungsanlage, potentiell mit wissenschaftlich wertvollen Befunden
bzw. Strukturen kann durch übliche
Prospektionsmaßnahmen,
(Luftbildarchäologie und Geophysik mit Meßwagen)
nicht
erfasst werden. Ein Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet in Form
einer Ausgrabung ist nur sinnvoll und durchsetzbar, wenn aufgrund von
Prospektionsergebnissen feststeht, an welchen Stellen mit
kleinflächigen Untersuchungen aussagekräftige
Ergebnisse
erzielt werden können. Wie gesagt: Durch den Wald kann man
keinen
Meßwagen schieben, und in Luftbildern wird man nur den Wald,
aber
keine archäologisch interessanten Strukturen erkennen. |
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