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Wenn man
auf dem
Weg zur Grabung auf der Autobahn den Oderwald hinter sich gelassen hat,
bietet der Harz mit dem
Brocken immer wieder einen wundervollen Anblick.
Team vom Sonntag:
Wolf-Dieter Steinmetz (Grabungsleitung)
Alphabethisch: Dr. Achim Block; Gabi Fournier; Lothar Jungeblut; Dr.
Uwe Pingel; Michael Hinz; Achim Scheffler; Angelika Wiese.
Hilfreiche Unterstützung beim Abau durch Hugo Mellentin.
Wir waren gut besetzt, obwohl ein Teil des Vereins auf Exkursion im
Auslant weilte. Beim derzeitigen Stand der Grabung möchte
niemand
gerne so bald die Kampagne für dieses Jahr beenden. Schon
werden
Scherze gemacht: Wenn wir Heiligabend bis Sonnenuntergang graben,
wären wir ja bis zum Gottesdienst oder zur Bescherung alle
pünktlich daheim.
Funde und
Beobachtungen:
Äußerer Graben
(Michael):
In
den Grabenbefund hinein ragte eine "Nase" archäologisch toten
Materials, das vom gewachsenen Boden nicht zu unterscheiden war. Nun
stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen alten Versturz der
Grabenböschung handeln muss. Hier machte Michael allein am
Sonntag
140 Funde: Brandlehm, Scherben und Knochen. In zunehmender Tiefe nahm
auch die Menge der Knochenfunde zu. Brandlehm dagegen fand sich nur
dicht unter dem Versturz.
Hier ist eine Tiefe von etwa 1 m 90 unter heutiger
Oberfläche erreicht.
Innerer Graben (Achim Scheffler, Uwe):
Nach Rückschlägen durch die Verstürze im
östlichen
Halbschnitt, in dem wir ja bereits im Sommer eine Tiefe von 3 m 50
erreicht hatten, sind wir nun im westlichen Halbschnitt auf 2 m 50. Wir
haben hier also noch mindestens noch einen Meter bis zur Grabensohle.
Das wird dieses Jahr nicht mehr zu schaffen sein. Wir müssen
uns
nun bald daran machen, das hervorragende Westprofil gegen Absturz zu
sichern.
Funde: Scherbenkonzentration in einer der Schichten an der
nördlichen (inneren) Böschung. Die etwa anderthalb
Eimer
Scherbenfunde sind vermutlich nur drei verschiedenen
Gefäßen
zuzuordnen. Das Material ist sehr brüchig. Dennoch werden
mindestens zwei der Gefäße mit
vollständigem Profil
rekonstruierbar sein. Bei einem der Gefäße handelt
es sich
um einen großen "Rauhtopf". Die Rauhung beginnt etwa 7 cm
unter
dem gekerbten Rand.
(Interne Notiz: Durchsicht der Funde aus dem östlichen
Halbschnitt im Winter: Passt da was?)
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Innerer Wallrand / Zerstörungshorizont mit
Holzbalkenkonstruktion (Angelika, Gabi, Achim Block, Lothar):
Dies ist sicher derzeit der aufgregendste Befund der Grabung. Konnte
Gabi an der Außenseite der Holzbalkenkonstruktion eine
Konzentration mehrerer großer Scherben freilegen, so zeigte
sich
ein noch eindrucksvolleres Bild an der Innenseite, wo wir vor zwei
Wochen die Blockbergung vorgenommen hatten. Hier sieht der
"Grabungssandwich" etwa so aus: Direkt auf einer ca. 3cm dicken
Holzkohleschicht, in deren Verlängerung sich auch massiv
erhaltene, verkohlte Balkenstücke finden, liegen
große Teile
mehrerer (drei?) zerbrochener Gefäße. Das Ganze
sieht aus,
als ob sie hier während
der Brandkatastrophe zerschlagen worden wären. Die Scherben
sind
eingebettet in mit Holzkohle durchsetztem, gebranntem Lehm und einem
fast weißen Material, dass wir als Asche interpretieren.
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