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Lothars kleines Grabungstagebuch 2007
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
13. Folge: 13. und 14. Oktober

Wenn man auf dem Weg zur Grabung auf der Autobahn den Oderwald hinter sich gelassen hat, bietet der Harz mit dem
Brocken immer wieder einen wundervollen Anblick.


Team vom Sonntag:
Wolf-Dieter Steinmetz (Grabungsleitung)
Alphabethisch: Dr. Achim Block; Gabi Fournier; Lothar Jungeblut; Dr. Uwe Pingel; Michael Hinz; Achim Scheffler; Angelika Wiese.
Hilfreiche Unterstützung beim Abau durch Hugo Mellentin.
Wir waren gut besetzt, obwohl ein Teil des Vereins auf Exkursion im Auslant weilte. Beim derzeitigen Stand der Grabung möchte niemand gerne so bald die Kampagne für dieses Jahr beenden. Schon werden Scherze gemacht: Wenn wir Heiligabend bis Sonnenuntergang graben, wären wir ja bis zum Gottesdienst oder zur Bescherung alle pünktlich daheim.

Funde und Beobachtungen:

Äußerer  Graben (Michael):
In den Grabenbefund hinein ragte eine "Nase" archäologisch toten Materials, das vom gewachsenen Boden nicht zu unterscheiden war. Nun stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen alten Versturz der Grabenböschung handeln muss. Hier machte Michael allein am Sonntag 140 Funde: Brandlehm, Scherben und Knochen. In zunehmender Tiefe nahm auch die Menge der Knochenfunde zu. Brandlehm dagegen fand sich nur dicht unter dem Versturz.
Hier ist eine Tiefe von etwa 1 m 90  unter heutiger Oberfläche erreicht.

Innerer Graben (Achim Scheffler, Uwe):
Nach Rückschlägen durch die Verstürze im östlichen Halbschnitt, in dem wir ja bereits im Sommer eine Tiefe von 3 m 50 erreicht hatten, sind wir nun im westlichen Halbschnitt auf 2 m 50. Wir haben hier also noch mindestens noch einen Meter bis zur Grabensohle. Das wird dieses Jahr nicht mehr zu schaffen sein. Wir müssen uns nun bald daran machen, das hervorragende Westprofil gegen Absturz zu sichern.
Funde: Scherbenkonzentration in einer der Schichten an der nördlichen (inneren) Böschung. Die etwa anderthalb Eimer Scherbenfunde sind vermutlich nur drei verschiedenen Gefäßen zuzuordnen. Das Material ist sehr brüchig. Dennoch werden mindestens zwei der Gefäße mit vollständigem Profil rekonstruierbar sein. Bei einem der Gefäße handelt es sich um einen großen "Rauhtopf". Die Rauhung beginnt etwa 7 cm unter dem gekerbten Rand. 
(Interne Notiz: Durchsicht der Funde aus dem östlichen Halbschnitt im Winter: Passt da was?)

Innerer Wallrand / Zerstörungshorizont mit Holzbalkenkonstruktion (Angelika, Gabi, Achim Block, Lothar):
Dies ist sicher derzeit der aufgregendste Befund der Grabung. Konnte Gabi an der Außenseite der Holzbalkenkonstruktion eine Konzentration mehrerer großer Scherben freilegen, so zeigte sich ein noch eindrucksvolleres Bild an der Innenseite, wo wir vor zwei Wochen die Blockbergung vorgenommen hatten. Hier sieht der "Grabungssandwich" etwa so aus: Direkt auf einer ca. 3cm dicken Holzkohleschicht, in deren Verlängerung sich auch massiv erhaltene, verkohlte Balkenstücke finden, liegen große Teile mehrerer (drei?) zerbrochener Gefäße. Das Ganze sieht aus, als ob sie hier während der Brandkatastrophe zerschlagen worden wären. Die Scherben sind eingebettet in mit Holzkohle durchsetztem, gebranntem Lehm und einem fast weißen Material, dass wir als Asche interpretieren.

Heimwärts geht's bei Sonnenuntergang, vorbei an der Zuckerfabrik von Schladen.

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→ Offizieller Zwischenbericht mit Stand vom Oktober 2006 auf der Webseite der "Freunde der Archäologie"

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