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Lothars kleines Grabungstagebuch 2007
Persönliche Erlebnisberichte  von der Ausgrabung am Burgwall Isingerode
7. Folge: Entwicklung bis zum 15.07.2007

In den vergangenen Wochen hat sich doch einiges ereignet. Leider kam ich nicht dazu, mein kleines Grabungstagebuch zu aktualisieren. Ich möchte aber nicht einfach den aktuellen Stand unserer Ausgrabung darstellen, sondern, damit die Enrwicklung nachvollziehbar ist, die Notizen aus meiner Kladde in der zeitlichen Abfolge wiedergeben.





9. / 10. und 16. / 17. Juni : Tiefschürfen


An den folgenden Wochenenden ging es in allen Abschnitten wieder bedeutend voran, ohne dass allerdings revolutionäre neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Bemerkenswert bleibt die anhaltend hohe Funddichte im kleinen, äußeren Graben: Etwa alle zwanzig Zentimeter eine Scherbe, bis 60 cm unter der heutigen Oberfläche überschlagsweise um die 800 Keramikfunde auf engem Raum.
Im großen, inneren Graben wurde eine Tiefe von 3m50 unter der heutigen Oberfläche erreicht. 

Auch in dieser Tiefe traten noch gelegentlich Funde auf, was uns zeigt, dass wir hier keineswegs den gewachsenen Boden erreicht haben. Unter diesen Funden war auch eine Scherbe mit einem ungewöhnlich verzierten Rand. Der verdickte Rand trug nicht nur oben (wie es üblich wäre), sondern auch seitlich außen eine Reihe von Fingerkuppeneindrücken. Von oben betrachtet erinnert der Rand so an ein Zahnrad.

Durch die Arbeit von Holger Steinmetz und mir sind im Übergangsbereich zwischen Wall und Graben die steil abfallenden Schichten im Profil gut sichtbar geworden. Wir haben uns bis in eine Tiefe von 2 m 20 unter die heutige Oberfläche vorgearbeitet. Demnächst sollten wir den Anschluss zum Grabenabschnitt hinbekommen. Leider konnten wir nur sehr wenige, kaum datierbare Funde machen.
Die Entwicklung des inneren Grabens, so wie wir sie derzeit rekonstruieren, sei in der unten abgebildeten, schematischen Grafik illustriert:

Grüne Linie: Heutige Oberfläche
1 : Älterer Graben
2 : Nach Siedlungsaufgabe. A : Wallversturz / Errosion. Funde grob bis ältere Eisenzeit.
3 : Jüngerer Graben. B : In der Verfüllung treten bis zur Sohle Funde auf, die in die Jahrzehnte um Christi Geburt datieren. (Mehrfach "facettierte" Randscherben, wenige Scherben mit Rollrädchenmuster - ich selbst erinnere mich nur an zwei.) Keramikbruch dieser Zeitstellung ist auch von älteren Lesefunden bekannt, fehlt aber in allen anderen Abschnitten der Grabung


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